Teil eines Werkes 
4. Bdchn. (1830)
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Zehnte Novelle.

gut ſoll es Dir nicht werden. Ich moͤchte doch auch gern einmal ein Woͤrtchen mit Dir daruͤber ſprechen, um zu erfahren, weshalb Du Dich denn ſo gewaltig ereiferſt? Denn wahrlich, das waͤre mir auch recht, wenn Du mich mit Erkolano's Frau vergleichen wollteſt, welches eine alte Betſchweſter und eine Scheinheilige iſt; die aber doch von ihm hat, was ſie haben will, und die er auch wieder lieb hat, ſo wie man eine Frau haben muß; ſo gut wird es mir nicht, denn ich gebe es zu, daß ich von Dir ganz gut bekleidet und peſchuher werde, ſo weißt Du doch ſehr wohl, wie es um des Andern mit mir ſteht, und wie lange es her iſt, daß Du nicht mit mir im Bette gelegen haſt, und ich wollte doch lieber mit Lumpen auf dem Leibe und barfuß einhergehen, und nur im Bette gut behandelt werden, als alle dieſe Sachen haben, und von Dir behandelt werden, ſo wie Du mich behandelſt. Denn laß'mal ein ver⸗ nuͤnftig Wort mit Dir ſprechen, Peter, ich bin eine Frau wie die anderen, und habe Wuͤnſche wonach wie die andern, ſo daß ich gar nicht zu tadeln bin, wenn ich mir das zu verſchaffen ſuche, was ich von Dir nicht habe. Wenigſtens thue ich Dir denn doch die Ehre, daß ich mich nicht mit Jungen und Lumpenkerls einlaſſe.

Peter merkte wohl, wie die Worte nicht von der Art waren, daß ſie die ganze Nacht hindurch wuͤrden weniger geworden ſeyn; deshalb ſagte er, da er ſich ſo wenig um ſie bekuͤmmerte: Nun nichts mehr, Frau, ich werde Dich auch daruͤber zur Ruhe