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Anmerkungen, Zuſaͤtze und Verbeſſerungen zum erſten Baͤndchen. 8 u Seite 5.
Vor dieſer Vorrede befinden ſich in den aͤlteren Aus⸗ gaben noch einige Zeilen, welche, uͤberſetzt, ſo lauten wuͤr⸗ den:
Hier fängt an das Buch, genannt Dekameron⸗, mit dem Beinamen Prinz Galeotto, worin hundert Novellen enthalten ſind, in zehn Tagen erzaͤhlt von ſieben Frauen und drei jungen Maͤnnern.
Ich habe ſie weggelaſſen, da man ihre Aechtheit be⸗ zweifelt, und ſie in ſpaͤterer Zeit hinzugefuͤgt zu ſeyn glaubt. Ich ſetze ſie indeſſen hieher, um Gelegenheit zu haben, den Titel des ganzen Werkes erklären zu können. Das Wort Dekameron naͤmlich, iſt Griechiſch, und bedeu⸗ tet ſo viel, als zehn Tage, oder Etwas, was in dem Zeitraume von zehn Tagen ſich ereignet hat. Unſer Wie⸗ land hat hiernach ſein Hexameron(Zeit von ſechs Tagen) von Roſenhafn gebildet. Daß dieſe Worte nicht urſpruͤng lich von Boccaccio ſelbſt herſtammen, will man beſonders durch den Zuſatz: mit dem Beinamen Prinz Ga⸗ leotto beweiſen, weil, wenn er ſeinen Novellen einen eigenen Titel zugefuͤgt haͤtte, er ſich ſelbſt widerſprechen würde, da er in der Einleitung zum vierten Tage aus⸗ druͤcklich ſagt, daß er dieſe Novellen ohne Titel ge⸗ ſchrieben habe. Es iſt daher ſehr zu bezweifeln, daß Boc⸗ caccio ſeinen Novellen dieſen Titel Dekameron mit dem Beinamen Prinz Galeotto gegeben habe. Galeotto aber war der Name des Unterhaͤndlers zwiſchen der Liebe Lanzellott's und Ginevra's, eines damals bekannten Lie⸗ besromans. Auch Dante erwäͤhnt deſſelben im fuͤnften Ge⸗ ſange der Holle, als des Vermittlers und Verfuͤhrers zwi⸗ ſchen Franceska von Rimini und ihrem Schwager Paolo Malateſti. Weil nun in dieſem Dekameron groͤßtentheils


