ir ir d te 6
ht d
*
be
t⸗
7
— „——
Fuͤnfte Novelle. 167
Der Cavalier lachte hieruͤber, und da er nun mit einem Roſſe verſehen war, machte er ſich nach einigen Tagen auf den Weg, und ging nach Mai⸗ land in das Stadtrichter⸗Amt.
Die Dame, welche nun frei in ihrem Hauſe ge⸗ blieben war, dachte jetzt wieder an die Worte des Zier⸗ lings, an die Liebe, die er fuͤr ſie hegte, und an das aus Liebe fur ſie verſchenkte Roß; und da ſie ihn ſehr oft vor ihrem Hauſe hatte voruͤbergehen geſe⸗ hen, ſagte ſie bei ſich ſelbſt: Was ſoll ich thun? warum wollte ich nur meine Jugend verlieren? der iſt nach Mailand gegangen, und kehrt vor ſechs Mo⸗ nat nicht wieder zuruͤck; und wenn wird er mir dieſe nur jemals wieder erſetzen? wenn ich alt ſeyn werde? Und dann uͤberdies noch, wenn werde ich wol jemals einen ſolchen Liebhaber, als den Zierling wieder fin⸗ den? Ich bin allein, und brauche mich vor Keinem zu fuͤrchten. Ich weiß nicht, warum ſoll ich dieſe gute Zeit nicht wahrnehmen, da ich es doch kann. Es wird mir nicht immer ſo gut geboten werden, als jetzt. Kein Menſch wird das je erfahren; und wenn man es auch ia erfahren ſollte, wahrlich, fo iſt es beſſer, thun und bereuen, als nicht thun und bereuen. Nachdem ſie dies bei ſich uͤberlegt hatte, hing ſie eines Tages zwei Handtuͤcher an dem Gar⸗ tenfenſter auf, ſo wie es der Zierling geſagt hatte.
Sobald der Zierling voller Freuden dieſe geſehen patte, begab er ſich ganz im Stillen und allein nach der Gartenthuͤr der Dame, und fand dieſelbe offen; hierauf ging er nach einer andern Thur, welche hin


