Teil eines Werkes 
2. Bdchn. (1828)
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Anmerkungen zum dritten Baͤndchen.

S. 30 3. 4, die Fratres ꝛc. Man wird dem alten Boccaccio dieſe etwas lange Invektive gegen die Moͤnche verzeihen, des Haſſes wegen, den er ſeiner freien Denkungsart nach gegen die damals in ſo hohem Grade verdorbene Geiſtlichkeit hegte. Um ſich zu uͤberzeugen, daß ar ſein Gemaͤlde keineswegs uͤbertreibt, darf man ſich nur an die heilloſen Graͤuel erinnern, durch welche ſie den Kreuzzug gegen die ungluͤcklichen Albigenſer erregten, wel⸗ che ſie im Verlaufe deſſelben fortwaͤhrend begingen, und welche der damaligen Zeit noch naͤher lagen und in friſche⸗ rem Andenken ſtanden, in welchen Boccaccio lebte und ſchrieb. Simonde Sismondi gibt in ſeiner Literatur des ſuͤdlichen Europa's(1 Thl: S. 132 ꝛc. deutſche Ueberſetzung) ein ſehr grelles Gemaͤhlde davon. Wir koͤnnen in unſeren Zeiten um ſo weniger Anſtoß daran nehmen, und es uns nicht verdrießen laſſen, dieſen bitteren Ausfall vom An⸗ fange bis zu Ende durchzuleſen, da er, dem Himmel ſey Dank, jetzt keine Anwendung mehr findet.

S. 38 3. 10, ganz florentiniſch. Vielleicht eine Nachahmung des Dante, welchen der eble Farinata degli Uberti ebenfalls an der Sprache in der Hoͤlle erkannte, als er zu ihm ſagte:

La tua loquela ti fa manifesto

Di quella nobil patria natio etec. Vielleicht auch wol ein Compliment gegen die Fſorentiner; denn die Ausleger bemerken noch bei dieſer Stelle, daß das Wort conoscete richtiger nach florentiniſcher Ausſprache ohne i als mit bemſelben conosciete hier geſchrieben blei⸗ ben muͤßte. Hierauf habe ich in der Ueberſetzung, ſowol bei dieſer Stelle, als auch bei andern keine Rückſicht neh⸗ men koͤnnen, wo Boccaccio vielleicht abſichtlich, um dieſe oder jene Nationalitaät zu charakteriſiren, Schreibart, Stellung⸗ Conſtruction ꝛc. danach gemodelt hat.