Teil eines Werkes 
2. Bdchn. (1828)
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176 Vierter Tag.

ſie ſich nicht verſtehen, auf den zweiten aber ant⸗ wortete ſie:

Gott bewahre, daß ich zugeben ſollte, ein ſo werther junger Mann, der von mir ſo geliebt ward und mein Gemahl war, wie ein Hund verſcharrt und auf der Straße liegen bleiben ſollte. Ihm ſind meine Thraͤnen gefloſſen, und ſo viel ich es nur kann, ſollen ihm auch die ſeiner Verwandten fließen. Ich habe ſchon im Sinn, was wir hierbei zu thun haben.

Schnell ſchickte ſie ſie hin, ein ſeidenes Tuch zu holen, was ſie in ihrem Kaſten hatte, und da dies angekommen war, breiteten ſie es auf den Bo⸗ den aus und legten den Koͤrper Gabriotto's darauf, dann legten ſie ihm den Kopf auf ein Kopfkiſſen, ſchloſſen ihm unter vielen Thraͤnen die Augen und den Mund, machten ihm einen Kranz von Roſen und bebeckten ihn ganz mit Roſen, die ſie dazu ge⸗ pfluͤckt hatten. Darauf ſagte ſie zu der Wärterin:

Von hier bis vor die Thuͤr ſeines Hauſes iſt nur ein kurzer Weg, darum wollen wir, Du und ich, ihn ſo, wie wir ihn zubereitet haben, dorthin tragen und vor die Thuͤr hinlegen. Es iſt nicht lange mehr, bis der Tag anbricht und dann wird er gefunden werden; und wenn dies auch fuͤr die Sei⸗ nigen kein Troſt weiter ſeyn wird, ſo wird es doch fuͤr mich, in deren Armen er geſtorben iſt, eine Freude ſeyn.

Nachdem ſie ſo geſprochen hatte, warf ſie ſich von neuem mit unzaͤhligen Thraͤnen ihm uͤber das Geſicht und beweinte ihn lange Zeit noch. Endlich

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