V o rre de.
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Da Menſchen iſt es eigen, Mitleiden mit den Trauernden zu haben, und ob dies gleich einem Jeden anſteht, ſo iſt es doch vorzuͤglich die Pflicht derjeni⸗ gen, welche des Troſtes ſchon bedurft, und ihn bei Andern auch gefunden haben. Wenn ihn aber jemals irgend Einer noͤthig hatte, oder er ihm lieb war, oder er daruͤber Freude empfand, ſo bin ich Einer von dieſen. Denn von meiner fruͤheſten Tugend an bin ich bis jetzt uͤber alle Maßen von der hoͤchſten und edlen Liebe entſtammt geweſen, und vielleicht mehr; als es einem Jeden,⸗dem ich es erzaͤhle, ſchei⸗ nen wuͤrde, daß es ſich füͤr meinen niedern Stand geſchickt haͤtte; und wenn ich auch gleich von denen, die billig waren, und die davon Kenntniß erhalten hatten, daruͤber gelobt, und von noch weit mehreren geachtet ward, ſo hatte ich doch den groͤßten Kum⸗ mer daruͤber auszuſtehen; freilich wohl nicht wegen der Granſamkeit der Geliebten, ſondern wegen der ubermäßigen Glut, die von der ungezugelten Lei⸗ denſchaft in meinem Imern entſtanden war, und die, weil ſie mich bei keinem ſchicklichen Ziele ſtill ſtehen


