Teil eines Werkes 
16 (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1 475

Der Viscount ſchlang in entſetzlichſter Angſt beir Arme um den Sohn. Der König trat hinzu und löste den jungen Mann aus des Vaters Armen, welcher ihn mit ſtarren Augen anſtierte, jedoch ſich nicht zu wider⸗

3 ſetzen wagte. Der Herr der Heerſchaaren begnadigte X

uns heute mit der ſchönſten Krone, und hat auch der N

Frevel dieſen Tag mit gutem Schottenblute beſprengt⸗

wir wollen uns nicht gleichſtellen dieſen Schlechten. Ver⸗ tilgt ſey aus unſerm Gedächtniſſe, was hier geſchah;

Culleanhouſe ſoll nicht wie ein Fluch in unſerer Erinnerung verbleiben. Wollet Ihr Eurem Könige ſo Vaterpflicht wie Vaterrecht auf Euren Ellick abtreten, ſo ſollet Ihr Euch nicht beſchweren dürfen über Jakobs Strafe.

Ich will, will Alles, wie Ihr's beſtimmt! ſtammelte der Viscount, auflebend wie der welke Baum im Früh⸗ regen.

Dunrobin, ſo führt ihn hinweg, befahl Jakob. Bringet den Viscount unter ſicherm Geleite nach dem Hafen von Girwan. Das erſte franzöſiſche Schiff nehme ihn mit nach Frankreich, und zwei Jahre bleibe er dort, um feinere Sitte zu lernen. Ein Empfehlungsſchreiben an den edeln Colbert ſoll ihn begleiten und uns Bürgſchaft werden für ihn. Und jetzt wollen wir uns einen Feſtkranz ſchenken,

damit die heutige Dornenkrone weniger ſteche! wandte ſich der König mit freundlicher Würde zu ſeinen Offi⸗ zieren, nachdem die Gefangenen abgeführt. Es iſt eine

ſchöne Haidblume, aus Blut und Schmerz für uns er⸗ wachſen. Arabella, komm in meine Arme, um nie mehr daraus zu ſcheiden! Schauet nicht finſter darein, Du ſ alter Schütz des tapfern Monk und Du trotziger Burſch 6 aus der Schlucht von Arlochan! Was Ihr gethan an dieſem Kinde, kann Euer König nimmer bezahlen. Ihr habt eure Hütte mit ihr getheilt: ſo theile ſie von nun an mit euch ihr Schloß, ihr Wohlleben, und laſſe euch nie mehr aus ihrer Nähe. Und Du, liebliches Kind, ſcheueſt Du Dich, Deine Arme um den Mann zu ſchlingen, den Gott Dir zunächſt geſtellt und deſſen Blut in Deinen Adern fließt? Wirſt Du nicht gern Jakobs Tochter ſeyn, wenn der König auch den Ellick mit dem Namen ſeines Sohnes begrüßt? Ja, meine Ritter, höret es und höre

N e S W*