Teil eines Werkes 
16 (1844)
Entstehung
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ererbt, daß ſeine Tapferkeit ſich nicht außerhalb den Wänden der Schenkſtube ſehen läßt.

Doch nähere Ereigniſſe nahmen ihn jetzt in Anſpruch. Die Stille, welche nach jenem erſten Schuſſe auf der geräumigen Bergebene geherrſcht hatte, wurde jetzt plötz⸗

lich durch ein lautes mißtönendes Schlachtgeſchrei unter⸗

brochen, und in demſelben Angenblicke ſchien ſich jede Fichte oder Tanne am Rande der Pläne in einen Wehr⸗ mann zu verwandeln. Wie ein Kreis geübter Treiber, die ein edles Wild umſtellt, ſtieg eine zahlloſe Rotte ſtämmiger Männer rundum aus dem tiefern Walde her⸗ auf, und auf flachem Boden angekommen, ordneten ſie ſich ſchnell Schulter an Schulter, ohne eine Lücke zum Durchbruch des Fanges zu laſſen, und ihr furchtverbrei⸗ tendes Geheul verdoppelnd, liefen Alle zugleich gegen den Thurm an. Man unterſchied auf der Hauptſeite, der Thurmthüre gegenüber, ohne Mühe die drei Führer ſowohl an der Tracht, denn die Mehrzahl der Stürmer ſchien buntgekleidetes, mitunter ſogar zerlumptes Ge⸗ ſindel, als auch am lauten Befehlsworte und ſpornen⸗ den Zurufe.

Drei Schüſſe knallten jetzt aus dem Thurme: ſdrei der Feinde wälzten ſich auf dem Kieſelgeröll des Kampf⸗ platzes, und der raſche Anlauf hemmte ſich ſo plötzlich⸗ wie er begonnen, einer Meute junger Hunde gleich, die kläffend vor dem Jäger auf die Wildbahn ſpringen, doch wenn der ſchäumende Keiler ſich ſtellt, wie gebannt ſtehen und winſelnd den Buſch ſuchen.

Das Neſt iſt voller Jakobiten! ſchrie der wüthende Herzog von Monmouth aus. Welcher Teufel mag ſie durch die Luft hineingeführt haben?

Bei meinem Schwerte, der offene Eingang iſt mit

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