Teil eines Werkes 
16 (1844)
Entstehung
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willig hingelegt, war mit Vorbedacht dem Tode preis⸗ gegeben, hätte die ewige Vorſicht nicht uns dorthin ver⸗ lockt. Auf dem Papiere, das der Pfarrherr am andern Morgen las, ſtand mit großen⸗ ſteifen Buchſtaben der Name: Arabella, und daneben: Chriſt, gib ihm die Taufe!

Arabella! rief der Prinz überraſcht, und ſeine Augen funkelken wie ein Leuchtfeuer.

Ja, die kleine, ſchöne Arabella war's, nickte freudig der Greis, die ich Tochter rufe, weil ſie mir Gott ſelbſt geſchickt und Niemand bis dahin mir mein liebes Recht beſtritten. In unſerer Hütte glich ſie einem verlorenen Kinde, und Mutter Paddy meinte, wir hätten unſern Glücksfund nur ſofort zum Todtengräber bringen mögen. Aber im Himmel war's anders beſchloſſen. Als der Bab das Käſichen ausſchüttete, in welchem ſich blanke Münzen und Silbergeräth vorfanden, ward Mutter Paddy rüh⸗ riger, denn die Noth hatte ſie den Werth des Geldes kennen gelehrt, und als das Kind am Herde erwärmt und mit friſcher Milch erquickt worden, erholte es ſich ſchnell und wunderbar, füllte das kleine Haus mit ge⸗ ſundem, kräftigen Geſchrei, gedieh von Tage zu Tage zu unſerer Freude, und war zehn Jahre die Luſt unſerer Augen. Da trieb ſie ein Zufall nach Culleanhouſe, und wir mußten ſie miſſen, weil Herr Humphrey uns in das Gewiſſen ſprach, dem Glücke des friſchen, lieben Mäd⸗ chens nicht im Wege zu ſtehen. Aber ich meine, die Mutter Paddy backte noch ihre Haferkuchen, hätte ſie ihren Augapfel am Herde behalten.

Draff, der indeſſen abgewendet in die Gegend ge⸗ ſchaut, wandte ſich lebhaft zu dem Prinzen: Sehet hin⸗ über, Sir, dort hinab durch die geſpaltenen Bergkuppen!