Teil eines Werkes 
16 (1844)
Entstehung
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pflücken, weil dem ſteifen Samuel die Leitern zu ſteil geworden, alſo da der Baptiſt zu mir traf, ſo nahm ich ihn mit zu dem ſorgenvollen Nachtgeſchäft. Umſonſt ſuchten wir lange weit hinunter bis zur Meeresküſte; der Schafbock blieb verloren und der düſtere Himmel goß ſein Waſſer ſo ſcharf hernieder, daß wir uns im Walde bergen mußten wohl Stunden lang. Endlich klärte ſich's auf, die Nacht ward heller, denn der liebe Mond hatte ſein volles Geſicht aus dem Meere geſteckt, und wir ver⸗ ließen das Schirmdach der alten Eiche, und traurig be⸗ ſchloßen wir, das verlaufene Vließ verloren zu geben und den ſchlimmen Heimweg anzutreten. Da that mein Burſch einen hohen Freudenſprung und rief: Vater Nykin⸗ hoͤrſt Du nicht? Das iſt die ſcharfe Stimme des Spy⸗ und er ſchlägt ſo kurz an, als riefe er uns mit einer Menſchenzunge. Vater Nykin, was gilt's, der Bock iſt gefunden und der Verwalter um die Luſt gebracht, Euch auszuſchimpfen. Der Hund kläffte weithin am Meere, kam nicht zurück, ſo oft und laut ich auch in mein Hirten⸗ horn ſtieß, und wir mußten zu ihm mühevoll über die Klippen und Steinkuppen klettern, bis wir die Küſten⸗ ſtraße gewannen. Es war, wie's der Bab vorhergeſagt. Das kluge Thier ſtand feſt vor einer Schlucht, in welche das Mondlicht ſo ſilberklär hineinſchoß, als hätte der gelbe Nachtbote nur unſertwegen ſeine Augen ſo weit aufgeriſſen. Unſer Schafbock lag ermattet in der Schlucht, aber als ich hineinſchoß, mich des Schatzes zu verſichern, ſiel mein Blick noch auf einen zweiten Gegenſtand, der mich beinahe den erſten vergeſſen ließ. Ein Bündel lag am BVoden, ich warf den Hut ab, ſetzte den Stab bei⸗ ſeite, und in der Hoffnung⸗ vielleicht ein reiches Gut zu finden, was das ſtürmiſche Meer vis hieher geſpült,