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Bringe mir die Nachricht, daß ich nicht mehr Vater bin⸗ RNump, und ich will Dich mit der Hälfte meiner Habe belohnen! 3
Der Unmenſch! O die Verlaſſene! ſeufzte Jakob aus enger Bruſt.
Die ſchwarze Stunde kam endlich heran, von Keinem⸗ der darum wußte, freundlich begrüßt, mit Höllenangſt erwartet, mit unmenſchlichen Empfindungen eingeleitet.
Die alte Amme leiſtete der Verlaſſenen Beiſtand, und
ſie gebar unter den Flüchen des ſinnverwirrten Vaters.
Wo iſt das Kind? rief der Prinz. Iſt es ein Sohn? Wäre es doch ein Sohn! O ich will gut machen; er ſoll mir willkommen ſeyn. Ich will den Fluch des ent⸗ menſchten Großvaters von ihm nehmen, ich will ihn groß machen vor ganz Schottland, iſt er doch ein Pfand meiner heißeſten, inbrünſtigſten, o ich kann ſagen, mei⸗ ner einzigen Liebe.
Das Kind war ſchwach, athmete kaum, und die Amme bangte um ſein Leben. Der hinzutretende Graf rief der Kranken in's Bett: Gott ſey ihr gegen Verdienſt gnädig geweſen. Die Frucht ihrer Schamloſigkeit ſey todt, und die Schloßgruft werde die Schande der Culleans auf ewig verdecken! Miß Conny lag leblos da, und dieſen günſtigen Augenblick benutzend, winkte er mir, das Kind ihm nachzutragen, und ich nahm das Würmchen in ein Betttuch gewickelt und brachte es ihm auf ſein Zimmer. Sir, der Graf war fürchterlich in dieſer Stunde: aus ſeinen gerötheten Augen brannte die Hölle; er verfluchte ſich, ſein Geſchlecht und Euch; er ſchwur in gräßlichen Worten Euch den Tod; ich hatte Mühe, zu hindern, daß er nicht ſelber die Mordhand legte an das neugeborene Geſchöpf. Mit zornbebenden Fingern gab er mir den
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