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Du das finſtere Geheimniß, welches den Haß des alten Grafen gebar, das Geheimniß, das mir in den Reden dieſer ſchönen Kaſſandra ſinnverwirrend erklang. Rede ohne Zaudern! Wir ſind allein, und längſt hätte ich in Dir geforſcht, hätte die Gelegenheit ſich geboten.
Auch ich wartete nur der rechten Stunde, und habe Euch nicht ohne Vorſatz auf dieſe einſame Zinne geführt, verſetzte Draff mit Ernſt. Herr, Ihr ſeyd ein Koͤnigs⸗ ſohn, vielleicht balv ſelbſt König eines mächtigen Reichs, aber der elende Diener Eures Dieners muß in dieſem Augenblicke zu Euch ſprechen wie zu einem Sohne, den er eines verhehlten Frevels zu zeihen hat. Vollet Ihr hören wie ein guter, reuiger Sohn?
Eines Frevels? ſprach der Prinz nach, und Glut ſlog auf ſein Geſicht.
Die Großen der Erde nennen's vielleicht nicht ſo; denn wo die Macht, iſt die Freiheit. Uns kleinen Sün⸗ dern wird's jedoch hoch angerechnet, ſobald es der Tag beſchaut, und uns fehlen die Mittel, es zu bergen vor dem Lichte der wachſamen Nachbarn. Sagt Euch Euer Gewiſſen nichts, Sir, was den Haß des alten Herrn auf Culleanhouſe bis zu einer Flammenſäule entzünden konnte? Habt Ihr nie von dem Wuthgift gehört, wel⸗ ches das mildeſte Blut bis zur Tollheit vergiftet, wenn das Vaterauge ein verführtes, ein entehrtes Kind zu ſeinen Füßen ſieht?
Miß Conſtanze wäre—? ſtammelte der Prinz in ſichtlicher Befangenheit.
Ich forſche nicht, ich frage nicht nach Dingen, die vor
Euren Veichtvater gehören und über welche nur der König
der Könige zu Recht ſitzt, antwortete Draff. Nur er⸗ zählen will ich, was ſich begeben, nachdem Ihr Cullean⸗
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