zum Himmel gehobenen Augen. O mein Bruder, laß uns dankbar und beſcheiden empfangen, was die Gunſt der Heiligen uns gewährte. Verwegene Wünſche fordern das Schickſal heraus.— Die Glocke vom Schiffe rief; der betroffene Ritter geleitete ſie hinüber. Mit einem Gefühl, aus Entzücken und Andacht gemiſcht, landeten ſie an der heimiſchen Küſte, die nur der entartete Korſe vergißt. Als ein Leibbube betrat Vanina mit dem vor⸗ ſichtigen Freunde im Abenddunkel das Schloß am Or⸗ nano, und im bewahrten Geheimzimmer erſt ſank die Tochter an das Herz der frohlockenden Mutter. Aber auch dieſe hatte ihren Wermuth. Der alte Baron ruhte ſchon eine Woche lang in der Vätergruft. Der Rath von Genua haite dem leidenden Greiſe gnädigſt erlaubt⸗ in der Heimath zu ſterben.
Es folgten Schmerzenstage, denn auch das unver⸗ meidliche, das längſt vorhergeſehene Leid hat nicht we⸗ niger ſcharfe Dolche. Luciano verließ die Trauernde keine Stunde. Du wirſt mir Vater ſeyn, Freund und Bruder! ſagte ſie jeden Tag. Die Verſchweigung ihrer Anweſenheit, ihres Lebens, ſchien Allen für's Erſte gerathen, bis man veſtimmtere Nachrichten über den Verfolger eingezogen. Luciano entdeckte ſich der Mutter: auch ſie, empört, zerriſſen im tiefſten Gemüth durch die Schilderung der Mißhandlung, die der General gewagt⸗ drängte die Tochter zu einer Reiſe nach Rom.
Würde Euch, meine geliebte Mutter, der Gedanke jemals erträglich werden können, die Frau zweier leben⸗ den Männer zu ſeyn? fragte Vanina, und die Baronin ſchwieg und ehrte das Zartgefühl und die unbefleckte Weiblichkeit der Tochter.
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