494
Segel ſo ſehr, daß man zu Toulon einlaufen und den Schaden ausbeſſern mußte. Dieſe Verzögerung entſchied das Loos der Flüchtlinge. Wieder im Meere wurde bald ein großes, bewaffnetes Schiff bemerkt, das gleichen Strich hielt und ſich nicht lange hernach als ein gefähr⸗ licher Verfolger darthat. Vanina ſaß unaufmerkſam auf dem Verdeck; ihre Blicke waren in Sehnſucht nach Oſt gerichtet, ſie dachte nichts als die leidenden Eltern, ſaß da, ein ſchönes Bild ſtiller Wehmuth⸗ und die aus dem prangendſten Morgenroth ſich erhebende Sonne erſchien ihr als ein Heil verkündendes Himmelszeichen. Der dumpfe Anruf aus einem fernen Sprachrohre riß ſie aus ihren Träumen. Die nachfolgende Brigantine hatte die franzöſiſchen Wimpel entfaltet; alle Anſtrengung der korſiſchen Seeleute, ſo ſehr ſie Prospers Angſt und ſeine Verſprechungen ſpornten, konnten den Lauf des Kutters nicht im nöthigen Maße beſchleunigen. Gar bald ſauste eine gebieteriſche Kugel durch ſeine Segel, die furchtſamen Schiffer legten bei, das franzöſiſche Schiff ſtieß an ſein Bord, und Maleſpina mit einer bedeuten⸗ den Zahl Bewaffneter ſprang auf das Verdeck ſeiner Priſe. Maleſpina war wenige Augenblicke nach der Abfahrt der Korſen in Marſeille angelangt; er brachte Botſchaft von Sampietro's baldiger Rückkunft und hatte Vanina's Schreiben noch im leeren Neſte vorgefunden. Sein Roß trug ihn ohne Aufenthalt nach Aix zum Präſidenten des Parlaments. Seine Darſtellung einer Verrätherei der franzöſiſchen Pläne an Genua fand Glauben, und ein ge⸗ rüſtetes Schiff ward ſogleich zu ſeiner Verfügung geſtellt.
Ergebt euch! rief der Capitano, und liefert die ent⸗ laufene Frau meines Generals aus, wenn ihr nicht Alle den eigenen Maſt zu zieren Verlangen tragt. Verzeiht,


