Teil eines Werkes 
15 (1843)
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halten, ward er nicht taub geboren? Und wem wäre die Blindheit nicht verzeihlich, war einmal das Schwert um ſolche Dinge nackt geworden?

Des Königs Geſicht zeigte die vorige gefällige Ruhe. Er blickte auf den Sterbenden. Genlis! Ein heimlicher Hugenotte! murmelte er, und in ſeiner Seele erhob ſich vielleicht ſchon das Bild der Bartholomäusnacht. Mar⸗ ſchall, führt den Herzog auf die Wache und bewahret ihn bis auf weitere Ordre! befahl er alsdann kalt, und heiter ſetzte er ſogleich hinzu: Zündet Fackeln an, damit man unſere Majeſtät nicht nochmals verkenne! Zum Garten, meine Damen und Herren, wir hören ſchon das Knat⸗ tern der Raketen, der brave Feuerwerker ſoll nicht auf uns warten!

Charles verließ den Hof mit ſeinem Gefolge; Sam⸗ pietro führte die erkrankte Vanina in das Schloß, konnte ſich aber nicht verſagen, mit einem grimmigen Lächeln zu bemerken: Aus dieſem jungen, bartloſen Prinzen kann ein Mann werden, deſſen Thaten alle ſeine Ahnen ſcham⸗ roth machen. Er wird nicht ſchaudern, wenn er in einem Blutmeere wadet, und die Zeit verlangt dergleichen. Erbebe nicht, Vanina, vielleicht war es ein geringes Vorſpiel unſerer Zukunft. Ein Soldatenweib fürchtet das Feld nicht, mit Blut gedüngt, und gedenkt nur der Ernte, denn alles Große auf Erden, was der Menſchheit Heil gebracht, ward von je durch das Herzblut ihrer Kinder befruchtet.

Ein langer Winter legte ſich auf die Fluren, ein lan⸗ ger froſtiger Winter auf Vanina's Herz. Wenige Mon⸗ den nur hatte der General bei ihr ausgeruhet, doch ſeine kurze Anweſenheit, unterbrochen von mehrfachen Reiſen