Teil eines Werkes 
15 (1843)
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denn mir ward nicht die Gemüthsſtärke und das kühle Vertrauen, ſie ohne mich unter dieſen Faunen, Satyren und rothglühenden Bachantinnen zu laſſen. Euch, fromme Dame, hat man aber mitten im Fegfeuer dieſer Orgien ſo erprobt befunden, daß ich Euch gleich einer heiligen Aebtiſſin mit Freude und Vertrauen meine Flüchtige zur Obhut empfehle.

Schuf der Wein der Champagne dieſe Räthſel, oder will der veränderliche Herr Gemahl ſelber der Flüchtige ſeyn und auf Abenteuer ausziehen, gleich dem Ritter von Mancha? fragte ſpöttiſch Eugenie.

Nach Korſika geht der ſchnelle Flug, fuhr raſch der erhitzte Ritter fort. Meine Gegenwart iſt unumgänglich nöthig, denn man befährdet dort unſer Aller Eigenthum.

So iſt Botſchaft da, Botſchaft von der Heimath? rief Vanina aus.

Verzeiht, Mühmchen, mich ruft die Anordnung un⸗ ſerer Abreiſe, entgegnete eifrig der Ritter. Sprecht mit dem Boten ſelber. Hier iſt er ſchon. Nur näher, unſere Damen ſind gefunden, nur heran, Vetter Kaſakoni!

Er eilte zurück, und aus den Schatten der bergenden Pilare trat an ſeinen Platz ein Wohlbekannter, in wel⸗ chem die überraſchten Frauen augenblicks den jungen Luciano erkannten. Vanina machte eine Bewegung, ſich zu entfernen, da hörte ſie die bekannte Stimme im kla⸗ genden Schmerzenston fragen: Vanina, habe ich Haß verdient, Verachtung verdient für die frömmſte, innigſte, unauslöſchlichſte Zuneigung? und unwillkürlich hemmte ſie ihren Fuß und warf einen Blick auf des Jugend⸗ freundes bleiches Geſicht, ſeine eingefallenen Augen, ſeine ſcheue, gebeugte Stellung, und blieb wie von geheimer Macht gebunden.