Teil eines Werkes 
15 (1843)
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der Abſchiedsumarmung; Vanina aber ſank in hoher Aufregung vor dem Bilde der Gottesmutter nieder, und ob ſie der Himmliſchen den Selbſtbetrug in ihren ſo eben geſprochenen Worten abbat, ob ihr kindliches Gemüth andern geheimen Kummer der Göttlichen anvertraute, davon verriethen ihre Lippen nichts.

Ein gleich vertraulicher Zwieſprach wurde in derſel⸗ ben Mitternacht in einem andern Gemach des Schloſſes gehalten. Mit dem General ſtand der Hauptmann Male⸗ ſpina auf der Altane, und ſie erfriſchten ſich nach den heißen Feſtgenüſſen durch die kühle Bergluft.

Hatte ich gelogen? fragte der Hauptmann. Schuldet Ihr mir nicht einen gewichtigen Dank für das ſchöne Wild, auf deſſen Spur ich Euch geleitet? Ich bedarf keiner Verſicherung, las ich ſie doch ſtundenlang in Euren Blicken. Geſteht, ich habe Euch dieſes Fräulein nur wie ein ſchlechter Maler vorgepinſelt. Dieſer edle Wuchs, kräftig und voll geſunder Friſche—

Verſpricht die Mutter eines kraftvollen Geſchlechts, das ſich ſo wenig beugen wird wie ſein Vater; verſpricht eine Bellona, die ſich hinter den Gemahl auf's Roß wirft, wenn es Noth thut, antwortete ernſt, doch nicht ohne Wärme Baſtelika.

Das ſchön geſchnittene Antlitz, der üppig aufgewor⸗ fene Mund, die leicht gebogene Naſe—

Zeugt von Charakterſtärke, Stolz und Trotz, wo ſie am Platze ſeyn dürften. Ungeſtraft wird dieſer kein Ver⸗ führer nahen, und wär's ein Fürſt oder gar ein König.

Das große, runde Auge, ſo rein und im dunkelſten Blau gefärbt wie ein italiſcher See, tief, ruhig, aber voll Seele—

Wird nicht herausfordern in ſchlecht verhehlter Be⸗