Teil eines Werkes 
15 (1843)
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Schauluſtigen vor und ſtanden hier ſtumm und nur mit den Augen genießend. Köſtlich war aber auch das große, faſt endloſe Rundbild, das hier ſich entſchleierte und mit jeder veränderten Stellung ſich weiter entfaltete. Sie ſtanden auf einem Vorſprunge der Salzburger Alpen, und nördlich dehnte ſich das ganze Biſchofsland vor ih⸗ nen aus: das Thal, in dem die geſchlängelte Salza ihr Silberband hingelegt, bald frei und breit, bald wie ein

ſchmaler Metalldraht, bald ganz verborgen unter den dunkeln, ſich zum Gewölb zuſammenbauenden Uferfelſen, war dem Blick aufgethan bis nach dem ſtolzen Salzburg hinauf; das feſte S die Metropolitankirche ließen ſich von dem geübten 2 luge ausfinden. Rechts und links ſtiegen die Gebirgsſpitzen auf: das Hochhorn und der große Kogel, und dazwiſchen leuchteten in der Tiefe, wie große Schalen voll geſchmolzenen Silbers, der Wolf⸗ gangſee und das Fuſchermeer. Nach Oſten ſah man weit hin in die Steiermark, und nach Weſten bis gen Ins⸗ bruck hinab, nur nach Süden verſagte die weiße Eis⸗ wand der Tyroler Gletſcher den Fernblick, doch bildet

auch hier der Ortelos, der höchſte Berg des deutſchen Landes, einen köſtlichen Proſpekt, da er, wie eine flammende Feuerſäule, von den öſtlichen Sonnenblitzen entzündet, Strahlen und Funken und Dampf nach al⸗ len Seiten auszuſtoßen ſchien. Senkte das Auge des Schauenden, ermüdet vom Fernblick, jetzt halbbedeckt vom Augenlide ſich nieder, ſo traf es auf 3 Phan⸗ taſie nicht weniger bewegende Landſchaft. Rand der Eisplatte lief faſt ſteil hinunter in eine— Tiefe, und am Fuße der glatten, glänzenden Wand breitete der Landſee ſeinen Spiegel aus, und ſein er ſchien klar wie Licht durch das Bild der Eiswand, welches er zurück⸗