Teil eines Werkes 
15 (1843)
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ſchuldung fern von Euch zubrachte unter dem luſtigen Kriegsvolke und wie ein Tagedieb und Schlemmer auf dem Wachthauſe der kaiſerlichen Hofburg. Wurde der Andreas unmuthig und neidete mein Leben, ſo bin ich ja ſelbſt Schuld daran, indem ich meine Herrlichkeiten unvorſichtig auskramte, ihn lüſtern machte durch meine Mähr, und ihm doch nichts verſprach, was ihm Troſt bieten mochte. Aber ich will es ſogleich gut machen. Sehet, liebe Mutter, mein Gewiſſen trieb mich zu Euch, ich konnte meine Hand nicht reichen der ſchönen geliebten Braut, ohne Euren Segen für dieſes Bündniß erbeten zu haben; aber wenn Ihr verlangt, daß ich die ſchlanke Kathi Euch zuführen ſoll, ſo habe ich dabei ein Bedenken, und dürfte das wohl erſt geſchehen können, wenn der Herbſtwind die Heerden von den grünen Matten hernieder treibt auf die Thalwiſch. Der erſte Blick, den ich über unſer Freigut warf, ſagte mir, was hier gefehlt, und die Tochter des Hubmeiſters Mangold möchte den Reſpekt vor ihrem Geſpons verlieren, wenn ſie durch unſer zer⸗ brochenes Thor ihren Einzug hielte. Aber dem ſoll ab⸗ geholfen werden. Einen Monat hat man mir als Urlaub zugeſchrieben, darnach wird ein großer Fürſtentag ge⸗ halten werden zu Wien, und des Kaiſers Enkel werden Verlobung feiern mit zwei Königstöchtern, und mitten in dieſen fürſtlichen Gelagen will der Hubmeiſter auch ſein einziges Töchterlein ihrem glücklichen Bräutigam überliefern ganz und gar und für immerdar. Sehet, iſt nun der herrliche Tag vorüber, ſo werde ich dem Bruder Andreas von Monat zu Monat ein Sümmchen ſenden, das er verwenden ſoll, um den Freihof wiederum her⸗ zuſtellen, wie er geweſen unter Vater Spauers Regiment. Kommt dann die ſchöne Zeit der Weinleſe, und hat der