Teil eines Werkes 
15 (1843)
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In einem jener fruchtbaren Thäler, welche, den Daſen in der Wüſte Arabiens gleich, den Wanderer zwiſchen den vüſt und regellos auf einander gethürmten Eisgebirgen

Salzburger Landes überraſchen durch den Wieſen⸗ eppich, der ſich unerwartet um ſeine Sohlen ſchmiegt, und durch die grüne, vollbelaubte Holzung, welche ihm Schatten und Schirm vor dem ſtrengen Fönwinde ver⸗ ſpricht, ſtand ein einſames Gehöft, deſſen Aeußeres, ob⸗ gleich ſichtlich verfallen und vernachläßigt, doch noch auf den Wohlſtand ſeiner ehemaligen Beſitzer ſchließen ließ, da ſein ſchwarzblaues Schieferdach ſich höher erhob als die meiſten Landwohnungen der Gegend, die Wände, die einen bedeutenden Hofraum umgaben, von derbem Ge⸗ ſtein breit und hoch aufgeführt waren, und ſelbſt der Reſt des einen Thorflügels, welchen noch die eine verroſtete Rieſenangel feſthielt, Schnitzwerk ſehen ließ, das einem Wappenbilde ähnelte und von keiner ungeſchickten Hand aus dem derben Eichenholze herausgeſchnitten worden war. Wohl mochte dort ein ſtattliches Geſchlecht gehaust haben, hatte doch der Name derer von Spauer noch einen guten Klang im Lande; aber die ſteten Kriege im Innern Deutſchlands, die Verarmung des Vaterlandes durch die⸗ ſelben, die Steuern, welche der Sieger wie der Befiegte erpreßte, brachten auch dieſes Haus, wie ſo viele ſeines Gleichen, aus dem Sattel zur Erde, und die Nachkom⸗ men eines edeln Geſchlechts bargen Stammbaum und

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