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Ich ließ vor einigen Tagen Margarethens Vater ru⸗ fen, und bald trat er mit ſteifen Kratzfüßen herein und fragte nach meinen Befehlen.
Ich wünſchte mit Ihnen ein Paar Worte über Mar⸗ garethen zu reden! ſagte ich ernſt.
Seine Höflichkeit wurde mit einem Male auch ein freundlicher Ernſt, und er antwortete: Ich danke Ihnen, daß Dero Güte mich ſelbſt dahin führt, wohin ich Hoch⸗ dieſelben ſchon mehrere Male zu führen mich erkühnen wollte!
Nun, ſo find wir denn an Einem gewünſchten Ziele! ſagte ich und drückte ihn in den Seſſel und ſetzte mich in den nächſten.
Ja, begann er, mein Töchterchen iſt jung, ein Bis⸗ chen wilden Blutes, dabei unerfahren, und meine Stirne wurde ein Bischen kraus in den erſten Tagen Ihres wer⸗ then Hierſeyns, kraus wie in der Affaire bei Flüchtin⸗ gen, wo uns die P. ſchen Küraſſiere ſo warm machten. Ich ſah, daß mit dem vierzehnjährigen Mädchen Man⸗ ches anders wurde und ich wohl einmal ein ungewöhn⸗ liches Wort ſagen müßte. Denn, mit Permiß: Haus, Hof, Gut und Geld ſtand zu Dero Befehl, nur nicht Weib und Kind!.
Ich nickte lächelnd und er fuhr fort: Als ich darauf aber Dero ehrliches Geſicht am Tageslicht ſah und durch ein Ungefähr einmal hörte, wie Sie mit meinem Mar⸗ garethchen redeten, da verſchob ich meinen Vorſatz von Tag zu Tag!
Ich dachte: Alter, wenn Du zur Unzeit gelauſcht hät⸗ teſt! Ich danke für Ihr Zutrauen! erwiederte ich. Sie haben nicht falſch geleſen in meinem Geſichte; ich bin keiner der gewöhnlichen zwanzigjährigen Herren. Ein
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