Teil eines Werkes 
14 (1843)
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Die Macht.

Gute Nacht, Goldo! ſprach der Vater in ſeinem Sor⸗ genſtuhle, in dem er in patriarchaliſcher Ruhe ſaß, als ich zum Hute griff. Nimm Dich in Acht, Roſine, und weile nicht zu lange, denn die Nacht iſt kalt! ſetzte er hinzu, als er ſah, wie ſein blondes Töchterchen meine Hand ergriff, mich zu geleiten. Nicht doch, Väterchen, liſpelte ſie, und die Thüre fiel hinter uns zu.

Daß der Vater doch immer vergißt, daß ich erſt acht⸗ zehn Jahre alt bin, begann ſie wieder, als wir auf den geräumigen Hof traten, und daß ich meinen Goldo ſo lieb habe! Wie könnte er ſonſt von Kälte reden, wenn ich mit Dir gehe.

Erfahrung hat den Vater gelehrt, entgegnete ich, daß gerade das glühendſte Metall am leichteſten in der Kälte zerſpringt. Ich drückte dabei meinen Mund auf ihre Wangen, und die glüheten wahrlich wie der Felſen, den lange die Sonne beſchien. Ich rieth ihr ſelbſt, ſo viel Ueberwindung es mich koſtete, nicht zu lange zu weilen.

Kann Goldo das rathen! ſprach ſie herzlich und lehnte ihr Köpfchen an meine Schulter, zog dann feſter das ſeidene Tuch zuſammen, durch welches der Nachtwind, der kecke, mir eben die ſchönſte Einſicht, vom Mond⸗ ſcheine verdentlicht, geöffnet hatte. Und wer weiß über⸗ dem, ſetzte ſie hinzu und hob das feuchte Auge auf zu