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höchlichſt verletzt hat, pflegt nicht ſchamlos von Ehre zu ſprechen, wenigſtens nicht gegen ſeine Mitſchuldigen⸗ und überdem ſagt man, der Graf ſey Fräulein Ulrikens Bräutigam.
Maske! nichts als verdammte Maske! brach der Fürſt wiederum los, jähzornig über des Greiſes Einwürfe. O, es ſind feine Heuchler, und der Graf verſteht das Spiel des Lebens, wie auch die Karten liegen. Aber dieſes Mal ſoll er nicht lachen, nie wieder lachen, wenn er den König zum Knecht gebrauchte, indeß er den Knecht zu ſpielen ſchien. Er muß von der Erde! Er oder ich! Solche Theilung duldet der Bettler nicht in ſeinem Hauſe, wie ſollte ich ſie ertragen? Liebe ich meine Gemahlin auch nicht beſonders, ſo iſt ſie doch die Mutter meiner Kinder, und dieſe Unmündigen muß ich bewahren, daß vor dem Angeſicht der Völker kein Schimpf ſie beflecke. Blumhelm, willſt Du mein Racheſchwert ſeyn?— Der Trabantenhauptmann verſtummte eine Minute lang, dann hob er mit Entſchluß das geſenkte Haupt und ſchüttelte verneinend die weißen Locken.
Du willſt nicht? tobte der Prinz. Auch Du biſt ge⸗ gen mich? Auch Du biſt im Ungehorſam, vielleicht gar ein Freund und Genoß der Verräther?— Mein Kopf hat im weißen Haare manche ſichtbare Narbe, die ich für Euer Haus empfing, entgegnete Blumhelm ruhig; nehmt auch den Kopf dazu, ich will nicht murren, Euch droben nicht verklagen darob. Aber Verräther dürft Ihr den Aelteſten Eures Heeres und Eurer Garden nicht ſchelten. Befehlet, und ich will den Grafen Kunigſteen ſogleich in Arreſt nehmen; ich ſelbſt will dann die Ge⸗ ſchichte unſerm Sereniſſimo anzeigen, will ſorgen⸗ daß die Flucht der Prinzeſſin nicht zu vollbringen ſey; mein


