volk zu neuer Arbeit aufbrachen, ging die Baronin nicht zu den Damen, welche zum Zuſchauen der Männerthaten nach den geſicherten Gerüſten und Sitzplätzen ſich dräng⸗ ten, ſondern ſie miſchte ſich kühn unter die Hofherren, welche die flüchtigen Roſſe heranführen ließen und ihre Jagdwaffen in Ordnung brachten.
Das angetriebene Wildpret ward jetzt nach und nach auf den Schießplatz gelaſſen. Schüſſe fielen hie und da auf junge Spießer und flüchtige Thiere, auf den ſchlauen⸗ geduckt in den Heidefurchen hinſchleichenden Fuchs und den vorbeitanzenden Rammler, und ein junger, kecker Hofjäger fing mit ſicherer Hand den borſtigen, grimmig grunzenden Eber ab, der mit ſchneeweißen Hauern die ſchönen Hatzhunde zerfleiſchte.
Jetzt ſetzte ein hoher Edelhirſch, mit einem präch⸗ tigen Krongeweih und langer Halsmähne geziert, ſtolz aus dem Walddunkel auf den grünen Plan, ſchaute furcht⸗ los umher, drehend den blanken Kopf, und ſprengte dann an den Gezelten hin, indem er das hohe Geweih hintenüber auf den Rücken legte. Schnell ſchwang ſich Prinz Ludwig auf das Roß; ſein Halloh gab das Zeichen zur Parforge, und Jedermann warf Gewehr und Jagd⸗ ſpieß von ſich und beeilte ſich, bügelrecht zu werden und dem Herrn zu folgen, der, von der losgelaſſenen Hunde⸗ meute umheult, das geſpornte Pferd an die Fährte des Edelhirſches feſſelte.
Ueber die meilenbreite Heide tobte der wilde Lärm, ein Wettſpiel der Schnelligkeit und Kraft; doch das ſchöne Thier, auf deſſen langſames Verderben man bedacht war, ſpottete in ſeiner herrlichen Natur der Klugheit ſeiner Verfolger, täuſchte in ewig wechſelnden Schlangenlinien ſeines Laufes Hund und Pferd und Reiter, und ermüdete


