Ein gewaltig miſerabler Spaziergang wartete auf uns. Du weißt, der Fuſt iſt eben nicht furchtſam, jedoch dieſe Reiſe über die Gaſſen zum Thurme hätte einen Bayard aus dem Gleichgewichte gebracht. Dichte Volks⸗ haufen umdrängten und geleiteten uns, und hätte die ſchnurrbärtige Wache nicht mit den Kolben Reſpekt er⸗ zwungen, ich glaube, nur die Fetzen von uns wären an die eiſerne Thüre gelangt. Deutſcher Spion! war das ¹ feinſte Scheltwort, welches aus dem Weiberhaufen uns zugeworfen wurde, und die verdammten Gaſſenbuben trabten gleich Courieren mit uns fort, und: Caput macken! Kopp ab für deutſchen Coujon! tönte als Re⸗ frain von dem feinſtimmigen Chore, welches mitunter auch eine Salve von kleinen Steinen oder einen Trau⸗ benſchuß von Gaſſenkoth nach uns ſchleuderte.
Wir hatten eine Freude, als wir das Aſpl erreichten und die Gefängnißthüre hinter uns in das Schloß fiel.
Da ſtanden wir und glotzten uns an, und je länger wir nachdachten, je unerklärlicher wurde uns der neue Akt in dem Trauerſpiele, welches das Fatum ſeit einiger Zeit mit uns durchſpielte. Man muß gute Miene zum böſen Spiele machen, ſagt der Franzoſe, und obgleich ich der galliſchen Sprache eben nicht hold bin, für die⸗ ſes Mal zwang die Nothwendigkeit, der galliſchen Weis⸗ heit nachzuleben. Aber in welchen Tartarus hatte man uns geſtürzt. John Howard und die Miſtreß Fry hatten dieſes Kerkerloch nie geſehen, ſie würden Zeter geſchrien haben durch ganz Europa. Das liebliche Viſitenzimmer, welches die franzöſiſche Municipalität ihren Gäſten an⸗ gewieſen, ſtand an Friſche der Luft, Wohlgeruch und Reinlichkeit keinem Peſthofe nach, Ratten und Mäuſe beſuchten uns zur Nachtzeit ganz ohne Komplimente in


