Teil eines Werkes 
13 (1843)
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von einer Dame, Raphaele unterſchrieben und mich hart verklagend, die uns Pelerin zugeſchickt. Wir hielten ſie für böſe Räthſel, die man thöricht geſchmiedet, unſere Ruhe zu vergiften. Aber hier ſteht die Auflöſung: der Bruder jener Raphaele fordert mein Herz, welches Dir gehört, lange ſchon treu und redlich nur Dir ſchlägt. Soll ich das Herz ſeinem Degen oder der Schweſter überliefern?

Keines von Beiden, antwortete ſchnell die kleine Schöne, indem ſie gewandt mit ihrem zarten Splphen⸗ körperchen den Comte deckte. An meinen Louis hat Nie⸗ mand Anſpruch als Comteſſe Louiſon, und wie die Margot der Vendée werde ich meinen Thron zu ver⸗ theidigen wiſſen. Mein Herr, wandte ſie ſich, mit lieb⸗ licher Weiblichkeit im Auge und allen Mienen, an den finſtern Güldenkron, Sie ſcheinen freilich noch zu jung, um oft erfahren zu haben, daß die Eiferſucht der Götze des weiblichen Geſchlechts iſt, der allgemeine Fetiſch, den Frauen und Mädchen anbeten. Glauben Sie mir auf's Wort: Eiferſucht wird mit uns geboren, belaſtet uns Alle wie der Blumenſtaub die Blumen, und darum muß mein Zeugniß für Sie ſieben Siegel tragen. Wäre nur eine Möglichkeit, ſo würde die Frau ſogleich Ihr Kriegs⸗ kamerad werden gegen den Mann. Seit drei Jahren habe ich die Ehre, des Comte Louis Gattin zu ſeyn; ſeit drei Jahren wich mein Treuer nicht Einen Tag von meiner Seite, und dieſes Wunder der Welt, dieſes Mu⸗ ſter der Beſtändigkeit hat mir nicht eine einzige Stunde lang Gelegenheit gegeben, meine Fertigkeit im Schmollen an das Licht zu bringen.

Meine Louiſon iſt eine Polin, ſetzte der junge Graf hinzuz in Warſchau wurden wir getraut, aber nie waren

Blumenhagen. XIII. 2