Teil eines Werkes 
11 (1843)
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der Menſch verzweifeln darf, denn Gottes Wege find wunderbarlich, und kein Kurzſichtiger ſollte freveln, wenn der Himmel Wünſche verſagt oder Träume des Sterbli⸗ chen zerftört. Beta legte ſich recht feſt an des hoch⸗ herzigen Mannes Bruſt, als wollte ſie ſagen: Hier iſt Sicherheit, und mein Leben iſt forthin ohne Furcht!

Daß die Hochzeit der beiden Glücklichen erfolgte, ſo wie der Hof und das Wollan'ſche Haus völlig ausge⸗ trocknet und gereinigt waren, daß der Huſar am Altar in der wieder ausgepackten Uniform und mit ſeinem hell⸗ blauen Guelfenbande im Knopfloch erſchien, und wie er ein Muſter eines Stieſvaters wurde und treue Liebe die Beiden beſeligte, bedarf der weitern Erzählung nicht. Es iſt nur noch hinzuzufügen, daß Beatus dem ehrlichen Daniel ſeinen kleinen Bauernhof für einen Spottpreis überließ und Sorge trug, daß ihm keine Bequemlichkeit in ſeinen alten Hageſtolztagen mangelte; daß der Wacht⸗ meiſter jetzt alle Anſtalten trifft, mit dem verkannten und anerkannten Sohne die große Reiſe nach Waterloo zu unternehmen; daß ferner der Meiſter Zimmermann auf den Rand des Rettungsbootes eine Inſchrift ſchnitzen mußte, die den Kindeskindern die Ereigniſſe der denkwür⸗ digſten Nacht in kurzen Worten vorerzählen ſollte, und daß das Schiff alsdann an der Vorderwand des Wallan⸗ ſchen Hauſes mit Ketten befeſtigt wurde, wo der Rei⸗ ſende es ſelbſt aufſuchen kann, ſollte er es der Mühe werth achten, nachzuforſchen, was von dieſer Erzählung der Wirklichkeit gehören möchte, und wie Vieles der Novelliſt etwa hinzugethan. Das darf der Verfaſſer indeß verſi⸗ chern, daß die Geſchichte des Vermächtniſſes ſo wenig ein Roman iſt, wie die unvergeßliche Schlacht bei Wa⸗ terloo und die Ueberſchwemmung jenes Februars, deſſen