Teil eines Werkes 
11 (1843)
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gewonnen, und wäre das Vermächtniß der Söhne noch vorhanden, ich würde es ſogleich unterſchreiben, wie Jene, die Dich erkannt hatten, würde als Leibzüchter Dir das Erbe überantworten, denn ich wüßte es in keine beſſere Hand zu geben, und Du würdeſt ein ſo ſicherer Verwal⸗ ter werden, wie der im Evangelio, bis die Kleinen da es einſt gebrauchen könnten. S

Beatus konnte vor Ueberraſchung und frohem Erſtau⸗ nen nicht antworten. Auf Beta's Geſicht ſtieg aber ein hohes Roth der Entzückung, und ſie zerriß einige Fäden an ihrem Mieder, und zog ein feingefaltet Papier aus dem Leinenfutter hervor. Das Teſtament ging nicht ver⸗ loren, ſagte ſie, verſchämt das Blatt entfaltend; hier iſt es, wenn Ihr unterſchreiben wollt, Vater. Ich dachte immer, es könnte noch nützen, und hegte es als ein An⸗ gedenken des ſeligen Konrad.

Ob das allein Dein Grund war, mag Dein Beicht⸗ vater unterſuchen, antwortete der Wachtmeißter in nie an ihm bemerkter Laune; wenn indeß die Sachen ſo ſte⸗ hen, iſt mein Entſchluß noch weniger eine Sünde gegen die Enkelchen da, und ich nenne den Mann, der für uns Alle ſein Leben aufs Spiel ſetzte, ohne Zaudern Sohn. Ob er es noch wahrhaftiger werden wird, mag die Zeit lehren und Gottes Fügung beſtimmen.

Beatus drückte des Vaters Rechte und Beta's Linke zugleich gegen ſeine hoch pochende Bruſt, und in dem Gegendruck der Frauenhand ward ihm ausgeſprochen, daß die Tochter den Vater verſtanden hatte und kein Wider⸗ ſpruch von den frommen Lippen der ſtets Gehorſamen zu fürchten war.

Blumenhagen. Rl. 33