Teil eines Werkes 
11 (1843)
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Daniel heſtig ein; vorzüglich wenn man ſo dicht über dem Waſſergrabe gehangen hat, wie Ihr. Vergäße der da oben uns nicht Vieles, wie würden wir beſtehen, wenn die große letzte Seebataille uns mit allen unſern Seg⸗ lern in die Luft ſprengt? Aber es gibt auch Dinge, die kein guter Menſch vergeſſen darf und wird. Ich will mit ihm reden! antwortete der Alte haſtig. Sie gin⸗ gen am Woſſerrande hinunter, einen Platz zu ſuchen, von wo ſie die zweite Fahrt am ſicherſten beginnen dürften, da trafen ſie auf mehre Bauern, die einen Leichnam aufs Gras zu ziehen bemühet waren, und der Wacht⸗ meiſter erkannte ſogleich die Leiche ſeines Schwiegerſoh⸗ nes und ſagte es dem Schiffer. Beide betrachteten eine Zeitlang traurig den entſtellten, aufgeſchwollenen Körper, den frühen Raub des nachtverſchleierten Waſſergeiſtes, dann ſprach Wallan halblaut und zu dem Seemann gewendet: Gottes Gericht trifft oft unerwartet und gräßlich. Dieſer war kein guter Sohn, kein guter Ehemann, und die letz⸗ ten acht Jahre hatten mir und dem frommen Kinde, das mir übrig blieb, manchen ſchweren Abend gebracht durch dieſen da. Nun iſt ſie Wittwe; und wenn ich heimgehe, wird ſie einen Schützer finden? Daniel antwortete nicht, aber er nickte freundlich ſchmunzelnd mit dem Haupte; des Schiffers ſcharfe, im Maſtkorbe geübten Augen hat⸗ ten mehr geſehen und bemerkt in dieſen Tagen, als die Beachteten vermuthet. Wollan befahl, den Todten fort⸗ zutragen an das andere Ende des Dorfs, und für ſein Begräbniß zu ſorgen; denn der Tochter ſollte ſolch böſer Anblick erſpart bleiben. Nicht auf die zarteſte Weiſe brachte er dann die Trauerpoſt der Wittwe an, und ent⸗ wich hartherzig ihren rinnenden Thränen, ohne väterli⸗ chen Beiſtand zu bieten. Freilich ſchien Beta's Schmerz