Teil eines Werkes 
11 (1843)
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denn das Geiſtige ſchafft nur der Geiſt nach auf unſicht⸗ barer Staffelei.

Der Schiffer Daniel klopfte dem Wachtmeiſter auf die Schulter und flüſterte: Nun, Vater, erkennt Ihr jetzt, welch einen Freund in der Noth Ihr an Jenem gehabt, der dort ſtill im Fenſter lehnt, keinen Dank begehrt, und ausſieht, als wäre er bereits ein Himmelsbürger, und ſpräche geradeswegs mit ſeinem Herrgott, der wie einen Petrus durch Meer und Sturm ihn zu Euch geführt.

Und wer rettete es? Wer? Daß ich auf den Knieen vor ihm liegen kann, ihm dienen kann als eine Magd bis zum Tode? fragte die junge Frau, mit umherſuchen⸗ den Augen. Wer anders, als mein Kronadmiral? ent⸗ gegnete Daniel; der da, welcher heute von Allen allein nicht an ſich dachte und ſein Leben. Bis an die Gurgel ging ihm das Woſſer, aber er holte muthig das kleine Schaluppchen an Bord. Und woran erkannte er, daß mein Kind in der Wiege? fragte die Staunende raſch. Meine Wiege war's! ſtieß Beatus hervor. Deine Wiege? lallte ſie nach, und Beider bleiche Wangen über⸗ zog plötzlich Frühlingsröthe, und Beide verſtummten vor dem entdeckten Geheimniß. Der Zimmermann ſtörte die Scene. Roh, doch ehrlich, hatte auch ihn die Geſchichte bewegt, und mit der goldenen Uhr in der Hand trat er herein und ſprach: Herr Glückskind, da iſt Sein Sonnen⸗ weiſer wieder. Ich mag nichts von einem ſolchen Ehren⸗ manne, und müßte mich ſchämen, nähme ich nur einen Miethſchilling für das Boot. Er hat durch Gottes Hülfe mein Schiff zurückgebracht, ich nehme es wieder, und wir ſind quitt.

Nicht doch! antwortete Beatus mit Heftigkeit. Das Schiff bleivt mein, und ich zahle, was ich verſprach.