Teil eines Werkes 
11 (1843)
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Keine Hoffnung? fragie Ewald, indem er in feſter Stellung und die Arme über die Bruſt kreuzend ſie mit Staunen betrachtete. Nein, es gibt keine Liebe ohne Hoffnung, was auch Heldenbuch und Legende davon fa⸗ beln. Wer hat in die verſchloſſene Bruſt jener Helden und Heldinnen der Entſagung geblickt, die man als hei⸗ lige Ofer der Liebe vergöttert? Wer hat die Stunden ihrer heißen Träume, ihrer heimlichen Marterwünſche be⸗ lauſcht? Sie hofften, bis das Grab den Gegenſtand ih⸗ rer Liebe verſchlang, dann ſtarben ſie nach, auch im Sterben noch hoffend auf die Brautkrone in einer andern Welt. Iſt Hoffnung der Nahrungsquell des Lebens, wie könnte denn das lebendigſte Leben, die Liebe, leben ohne ſie?— Liebe will Beſitz des Geliebten, das iſt ihr letz⸗ tes, ihr einziges Ziel. Das Ringen nach dem eigenen Glück ſchmilzt mit der Ueberzeugung zuſammen, das ge⸗ liebte Weſen könne das höchſte Glück nur finden an un⸗ ſerm Herzen, und ſo einet ſich die Pflicht gegen das Ge⸗ liebte mit der Pflicht gegen uns ſelbſt, und Rieſen und Gebirge in unſerm Wege beugen nicht unſern Willen, und todtdräuender Abgrund ſchüchtert unſer Streben nicht ein.— Klotilde, höre mich, und wenn Du Verſtän⸗ dige nicht durch die Empfindung beſtochen werden kannſt, ſo erkenne in dem, was der Geliebte Dir jetzt mit der von Dir geprieſenen Bedachtſamkeit anbietet, daß er von der Beſonnenheit ſeiner Lehrerin profitirte. Dein Leben hier in dieſer Ruine iſt um weniges mehr als ein Le⸗ bendig⸗Begrabenſein. Du biſt die Wärterin eines Tol⸗ len geworden, der Dir ſogar den Alles belebenden An⸗ blick des Sonnenaufgangs verſagt, der Dein Ohr verſchließt für die Morgenhymne der Natur, der Dich zwingt, mit dem Uhu und der Rachtſchwalbe zu wachen, und, wenn