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Ordnung und Reinlichkeit, und mit zartem, ſinnigem Geſchmack aufgeputzten Kloſets ſtand die Herrin ſichtlich bewegt, den unerwarteten Gaſt zu empfangen. Frau Klotilde war eine Dame über die Jugendzeit weit hinaus, doch ſchien in ihr die Regelmäßigkeit der Lebensordnung und die Abgeſchiedenheit von den zerſtörenden Welt⸗ freuden den Sieg über die ſonſt ſo mächtige Zeit gewon⸗ nen zu haben. Frau Klotilde konnte ſich beim fürſtlichen Banket mitten in einen Kreis der Fräulein des Landes wagen, und ſie würde nicht unbeachtet geblieben ſein. Ein hoher Wuchs mit Körperfülle gepaert, welche die Friſche der Jugend zu haben ſchien, eine Haut, glänzend⸗ weiß und faſt durchſichtig, eine zarte ſchmale Hand, der ſich Deutſchlands Kaiſerin nicht hätte ſchämen dürfen, feine, höchſt regelmäßige und edle Geſichtsbildung, ein großes, helles Auge löſchten zehn Jahre ihres Alters aus, und ließen ihr höchſtens dreißig zuzählen; ſelbſt die Morgenglut des Lebens ſchimmerte noch auf den Wangen und verhüllte die kleinen Fältchen am äußern Augenwinkel; ihr Anzug war zwar matronenhaft, aber beſonders ſauber und zierlich; das ſchwarze Gewand von feinem Wollzeuge fiel ſchlank gefaltet über die Hüf⸗ ten hinab; ſchneeweiß legte ſich der Nonnenkragen um die volle Bruſt und umſchloß den Hals bis zum runden Kinn, und die Haube von reichem Spitzenwerk zwängte das dunkele Haar vergebens ein, und ſein Reichthum quoll aus den feinen Banden überall hervor. Dabei gab eine Schwermuth des Blickes, ein ſanfter Leidenszug am Munde der Dame und ihrem ganzen Weſen einen Cha⸗ rakter, welcher an die Mater dolorosa erinnerte, und dem Urtheil der Liebenswürdigkeit noch einen geheimen Reiz zuwarf, der die Männer mit beſonderer Theilnahme
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