Teil eines Werkes 
10 (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

·

475

ihrer zuviel für unſer Pulver und Blei, ſo ſchlägt man den Reſt mit den Kolben todt. Komm, Nazel, machen wir uns auf den Weg, ehe der Tag vollends da iſt; ich habe Allen, Allen Lebewohl geſagt, und kein Menſch

von hier ſoll mich mehr finden.

Das verſtehſt Du nicht, Burſch; fiel der Häßliche ihn aufhaltend ein. Gut Ding will Weile haben, und großes Werk bedarf Berathung. Aber Du ſollſt ohne Aufſchub an die Arbeit, ſollſt erfahren, daß Du nicht unnütz biſt in der Welt, Du Sünder, ſollſt zu des frommen Kaiſers beſondern Dienſt gerufen werden.

Und was verlangt der Herr von meinem Leib und Blut? fragte Michael lebhaft.

Ich ſuchte Dich um Mitternacht in Deiner Wald⸗ hütte, antwortete Ignaz, und habe Dich dort erwartet mit einem gar fürnehmen Herrn aus Wien, der elber dem Kaiſer verwandt iſt, und den er aus beſonderer Liebe zu uns von dorten mit heraufgeſchickt. Die Feinde

haben ihn bei Innsbruck ausgeſpürt, haben ſeine Leute

erſchlagen, und ihn ſelbſt verfolgt auf Mord und Tod. Mit Noth flüchtete er ſich in unſer Thal, aber auch hier herein haben ſich die Mordbuben gewagt, denn es iſt ein ſchön Stück Geld auf des fürnehmen Herrn Kopf geſetzt. Da hat ihn mir der Herr Landpfleger, der Marberger auf Petersberg, anvertrauet, und ich habe geſchworen, bei der heiligen Dreieinigkeit, daß ich ihn bergen und ſchützen wollte, und wollte ich ihn bringen bis an die Eisſeen und in den Rofnerhof, oder gar in die Karthauſe Schnals und unter die Jöchel. Der Herr iſt aber kein Steiger wie ich und Du, und hat ſich zu lang verweilt, und geſtern ſchon ſind die Feinde ihm nachgekommen, find im Auerhahn zur Raſt geweſen, und ſind uns ſchon vor⸗

*