Teil eines Werkes 
9 (1843)
Einzelbild herunterladen

A4ee

472

Buſen preßte, einer Glut, die Niemand in dem ſtillen, ſcheuen Mädchen geahnet hatte.

Ob ich glücklich war? O Agnes, wer im rauhen Erdenwetter das verwandte Weſen wieder gewonnen, welches die Natur in ihrem großen Räthſelſpiele bei der Trennung der Geſchlechter von ihm riß, kann der in der Vollendung ſeines Daſeins noch Wünſche haben? Du lächelſt über die myſtiſche Träumerei? Und wenn es dennoch ſo wäre? Wenn das raſtloſe Suchen, die magnetiſche Anziehung der Geſchlchter darin ſeinen Grund hätte? Freilich ſpielte die Natur alsdann ein grauſames Spiel, ein gefährliches mit uns. Tauſende glauben zu finden und griffen fehl, und erkennen den Fehlgriff zu ſpät. Aber die Glücklichen, welche die rechte Hälfte fanden, ſprechen für die Wahrheit dieſer Myſterie.

Woher ſonſt das augenblickliche Erkennen, der un⸗ glaubliche, plötzliche Einklang der Seelen, die wunder⸗ bare Harmonie der Empfindungen, der Wünſche, der Gedanken, dieſes neue Leben für einander und durch einander, dieſe Abhängigkeit von einander, ein Wechſel⸗ glück, das durch den Andern, im Kleinſten wie im Größten, bedingt wird! O ſuchten nur alle mit hellen Augen und unverlocket, und ungeblendet durch irdiſchen Schein und griffen nicht eher zu, bis ihnen volle Ueberzeugung des rechten Fundes geworden, die Erde würde mehr der Paradieſesgärten aufzuzeigen haben.

Doch nicht allein ein glücklicher Gatte bin ich ge⸗ worden, nein, auch den achtbaren Familienvater mußt Du in mir verehren, denn alle Geſchwiſter Eulaliens habe ich zu Kindern angenommen, und mit dem braven Tavier werden wir ein Haus machen, das zwei ſorg⸗ ſame Väter an der Spitze haben wird. Die Kleinen