Teil eines Werkes 
9 (1843)
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meine Agnes, die neuen Blutsfreunde begrüßen und Deine Glückswünſche ausſprechen, mußt Du den Bruder im großen Paris ſuchen, und im Palais des tapfern Herzogs von R. nach ihm forſchen.

Der Comte de Pavot eilte, ſo wie er den glücklichen Wechſel unſerer Verhältniſſe erfahren, nach Ancenis zu⸗ rück, und bat uns, ihn als den Vierten in unſern freund⸗ lichen Kreis aufzunehmen. Seine Dankbarkeit that mehr. Ihr müßt fort von hier, Doktor, ſprach er; wer einmal wie Ihr die Zielſcheibe der Volkswuth geweſen, wandelt ohne Vertrauen unter denen, welche ſeinem Leben drohe⸗ ten, und Euer edler Stand muß der Liebe gewiß ſein, poll er ſeine vielfachen Opfer mit Liebe üben. Der Her⸗ zog von R. ſucht einen deutſchen Leibarzt, weil ſeine von ihm angebetete Gemahlin aus einem deutſchen Fürſtenhauſe ſtammt. Ehe ich von Paris abreiſete, war ſchon Eurer gedacht, und Ihr ſeid dort willkommen, wenn von Eurer Seite kein Hinderniß Statt hat.

Ob wir das ſichere Glück bei der Locke faßten, bedarf keiner Frage. Auch für Eulalien hatten die Ufer der Loire nur trübe Erinnerungen. Unſere Hochzeit mußte, nach des Comte Willen, auf ſeinem Gute gefeiert werden. Die Winzerinnen der Gegend brachten am Vorabende mir einen großen Epheukranz mit hochfarbigen Aſtern durchflochten, meiner Braut dagegen den zarten Kranz von weitduftenden Orangenblüten, und unzählige Körb⸗ chen voll des ſchönſten Obſtes und der glänzendſten Trau⸗ ben. Das Gefühl der höchſten Glückſeligkeit ſprach ſich in Eulaliens Zügen aus, ihre heimlichſte Hoffnung war ſo ſchnell und unerwartet zur Wirklichkeit geworden, daß ſie umherging wie eine berauſchte Träumerin, und mich mit einer ſtürmiſchen Glut in ihre Arme und an ihren