Teil eines Werkes 
9 (1843)
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und nur der Gnade unſerer regierenden Herren bleibt es alsdann überlaſſen, in Zukunft für geleiſtete Dienſte Euch zu erheben aus der Schmach und Eure Lage zu verbeſſern. Iſt Eure Hand bereit, auch nach dieſen Be⸗ dingniſſen den Wurfbecher zu nehmen?—

Der Junker ſtarrte einige Augenblicke vor ſich hin. Tritt zurück, Eitel! rief der Hantelmann herauf. Du wirſt ja nicht toll ſein, Kirchberg! ſetzte Karl hinzu. Der Angerufene aber warf einen glühenden Blick gen Himmel, einen zweiten auf die ängſtliche Jungfrau hinter den weißen Roſen, dann erhob er ſchwörend die Finger der Rechten und ſagte mit männlicher Feſtſtellung: Meine Mutter erzählte mir vom Vater, er habe mit eigenem Starrſinne nie aufgegeben, was er einmal gewollt, und die Gefahr habe ſeinen Muth verdoppelt. Der Sohn ſoll dem Vater Ehre machen. Ich beſchwöre hiermit die Bedingungen vor dieſen tauſend Zeugen, und ward ich ja doch ſchon für immer leibeigener Knecht dieſer herrlichen Jungfrau bei dem erſten Blicke, der aus ihrem hellen Auge in meine Seele traf. Gebt mir den Becher, edle Frau, wenn Eure holde Gefährtin es erlaubt, denn das verhüte Gott, daß ich ohne ihre Zuſtimmung um ſie ſpielen möchte, als wäre ſie ein verkäuflich Kleinod!—

Soll er werfen, Eva 2 fragte der Vater mit ſtarker Stimme.—

Eva gehört dem Vater und war immer ſeine gehor⸗ ſame Tochter! entgegnete das Mädchen mit kaum hör⸗ baren Flötentönen.— So werft in Gottes Namen! fiel Barner ein, und als ſeine Gattin ängſtlich ſeine Hand ergriff und flüſterte: Vater, um der ewigen Liebe willen, es gilt Dein einziges Kind! flüſterte er eben ſo leiſe, aber mit ſichtlicher Freude zurück: Laß ihn werfen! Klaus