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freundlichen Laube von jungen Birkenzweigen, die in der Mitte zwiſchen den Schießhäuſern errichtet worden, um die Geſchicklichkeit der Schützen zu prüfen, Ordnung zu halten in der Reihenfolge, die guten Schüſſe zu ver⸗ zeichnen und danach am Abende die werthvollen Preiſe und den bunten Königskranz, mit dem der beſte Mann ein Jahr ſtolziren durfte, zu vertheilen. In den Fen⸗ ſtern des Schützenbauſes ſelbſt aber erblickte man die regierenden Herren, die Mitglieder des Küchenrathes, die Zugeſchwornen, die Kämmerer, Bau⸗ und Zinſeherren im ernſten, feſtlichen Ornate mit ihren ſteifen Halskrauſen und goldenen Ehrenketten, und zwiſchen ſie gemiſcht, gleich Blumen auf dunkelm Felſenhange, die geputzten Frauen und Jungfrauen der edeln Patrizierfamilien, jene aufmerkſam, daß keine Unordnung, kein Gezänk oder Unſitte die Würde des Feſtes beflecke; dieſe dagegen bereit, durch die Blicke der feuervollen Augen Unruhe und Unordnung in die Herzen der Männerwelt zu tra⸗ gen, durch das blendende Lilienfeld des enthüllten Buſens die Sinne trunken zu machen, und durch verſtohlene Liebeszeichen unter den Prunkjunkern und Scharhanſen Eiferſucht und Zwietracht zu erwecken, die oft im bluti⸗ gen Degenſpiele ihre Abkühlung und ihr Ende fand. Der übrige Raum zwiſchen dem Schützenhauſe und der Stadt gab den Anblick eines großen Marktes und eines Zelt⸗ lagers zugleich. Blendende Leinenhäuſer und buntbemalte Krambuden formten Straßen und Halbzirkel; die ſchönſten Waaren wurden feil geboten, oder in Lotterien verſpielt, überall dufteten lockend die Pfannen voll leckerer Brat⸗ würſte, überall erweckten Tafeln mit ungeheuren Rinds⸗ braten, mit friſchfarbigen Schinken und lieblichem Weißbrod bedeckt, den Appetit, und ganze Batterien von Fäſſern und


