Teil eines Werkes 
9 (1843)
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Ein böſer Zwieſpalt waltete in dem Jahrhunderte des neuen Lichtes zwiſchen der Stadt Braunſchweig und ihrem rechtmäßigen Landesherrn, dem Herzoge von Wolfenbüttel, Heinrich dem Jüngern, mit dem Zunamen der Bärtige. Schon an zwanzig Jahre hatte der unnatürliche Zwiſt gedauert, hatte die Ruhe beider Parteien geſtört, und den Wohlſtand mit dem Friedensglücke beider Theile ver⸗ nichtet. Bürgerſtolz, auf alte Privilegien gegründet, durch wachſenden Reichthum, durch Bewußtſein innerer Kraft, die ſich erprobt hatte in mancher Schlacht und bei mehr⸗ maliger Belagerung ihrer Stadt, immer höher getrieben, vermählte ſich auf der einen Seite mit dem bitterſten Religionshaſſe, denn Braunſchweig ſtand in dem ſchmal⸗ kaldiſchen Städtebunde für Luthers Reform nicht zu un⸗ terſt. Auf der andern Seite dräuete Fürſtenzorn, durch die Rechtmäßigkeit ererbter Hoheit und Herrſchaft ge⸗ rechtfertigt, entzündet durch die Anmaßung trotziger Un⸗ terthanen, aufgeblaſen zu zerſtörender Glut durch den unwandelbaren Glauben an die alleinſeligmachende päbſt⸗ liche Kirche, welche die Abtrünnigen für Ketzer und Ver⸗ dammte erklärte, durch den Verluſt ſo vieler Rechte und Einkünfte, durch das Bewußtſein der erſten Fürſtentugen⸗ den jener Zeit, der Charakterkraft und der perſönlichen Tapferkeit, durch den Gedanken an die Größe und Macht