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Gebirge letzte Abſenkung; kahl war ihre Umgebung, nur drei einzelne Rieſenzedern hoben die Wipfel hoch über die Flur dem Himmel zu, und hinter ihnen öffnete ſich eine Felſenhöhle, an deren Seite ein Silberquell von den Höhen herabrieſelte. Die Freude des Fundes theilte ihm zugleich ein Grauen mit, denn die Erſcheinung ſei⸗ ner erſten Wundnacht, das redende Skelett des erſchla⸗ genen Griechenritters kam lebendig vor ſeine Seele zurück.
Er verrieth ſich nicht, ſondern leitete ſorgſam die Müden in den kühlen ſchattigen Ort, trug ihnen von Zweigen und dürrem Laube ein Lager zuſammen, zün⸗ dete unter einer offenen Schlucht im Innern ein Feuer an, die Schlangen und das Ungeziefer zu ſcheuchen, labte mit Wein und Frucht die Erſchöpften aus ſeiner Reiſetaſche, und erſt, als beide entſchlummert waren, die zarteſten Frauenbilder da lagen auf dem armſeligen Bett, wie Lilien und Roſen auf Grabesmoos gelegt von from⸗ mer Hand, da erſt brannte er eine der mitgenommenen Kerzen an, und durchſuchte die finſterſte Tiefe des Fel⸗ ſengewölbes.
Die Worte des Geſpenſtes führten ihn nicht irre; er fand den Steinhaufen; er rollte die Kieſel und Granitbro⸗ cken auseinander, und die Mühe belohnte ſich raſch, denn ein gefüllter Säckel und ein Käſtchen von Zedernholz und Elfenbein zeigte ſich, deſſen verroſtetes Schlößlein leicht ge⸗ ſprengt wurde. Ein Schreiben auf Pergament lag oben darin, von den Obern des Berges an die Johannisbrüder im Thale überſchrieben. Darunter lag, jedes beſonders verpackt in Baumwolle und Seidenzeug, ein mit Edelſtei⸗ nen beſetztes Coſchen oder Bruſtbild des Hohenprieſters, ein Siegelring mit Salomo's Chiffer, und ein Graal von Smaragd, auf deſſen ſilbernem Fuße die Taufe am


