Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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Selbſt riß er dem Roſſe den Zaum zurecht, und warf

ſich in den Sattel; doch kaum war er bügelfeſt, als ihn der mächtige Anflug des Feindes ſchon erreichte.

Es war der Emir Sankar⸗Derar, der Befehlshaber Edeſſa's an Nureddins Statt. Er ſuchte die bekannte Furt des Stromes zur Flucht nach Haleb. Seine beſten Männer hatte er um ſich geſammelt. Ehrwürdig glänzte der ſchneebärtige Greis unter den braungebrannten Bra⸗ ven, in deren Kreiſe ſeine beſten Schätze auf mehren Saumroſſen verwahrt waren, deren Lanzendome ſein höchſter Schatz, ſein einziges Kind, die hochbuſige Zittah, reitend auf einem ſchneeweißen Zelter, deſſen Silberzeug von Edelſteinen funkelte, vertraut war.—

Die meiſten der Reiſigen am Strome ſtürzten vom Anſprunge der muſelmänniſchen Reiter in die Wellen hinab, die entzäumten Roſſe entſprangen, ſcheu gemacht, der Hand; nur wenige Lanzknechte hielten, aufs Knie geworfen, die Speere ſchirmend vor, und deckten den einzelnen Reitersmann. Heinrich war verloren, wie er auch hoch und muskelvoll, gleich einem Islandshelden der Edda, ſeine Lanze gebrauchte und ſein langes Schwert; doch dicht hinter dem Sarazenentrupp brauste, wilder noch und tönender den Schlachtenruf donnernd, ein ſtär⸗

kerer Haufen chriſtlicher Reiter daher, Hermann von

Leuenrode an ihrer Spitze, in wenigen Sekunden hatte der Braunſchweiger Luft, und bediente ſich ihrer auch wacker. Die ganze Kämpfermaſſe wurde ſchnell zu einem verworrenen Knäuel von Mann und Roß. Turbane und Templerhelme, deutſche Lanzen und bosniſche Wimpelſpeere waren in einander gemiſcht, und Stoß und Hieb traf eben ſo oft den Freund wie den geſuchten Feind im unge⸗ wöhnlichen, zu nahen, und darum zwiefach tückiſchen