Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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Auf dem Altane des gräflichen Schloſſes Winzenburg ſtand der neue Schloßherr Graf Thielo und ſchauete in den herrlichen Sommermorgen hinaus, der die Pracht⸗ gegend voll alter majeſtätiſcher Waldung mit den ſchön⸗ ſten Lichtern zierte, und dem kühnſten Maler gleich, ein Wechſelſpiel der brennendſten Farben und der tiefſten Schattirung durcheinander wob, daß die Landſchaft einem blendenden Wunderbilde ähnlich wurde.

Schau' hinaus, Lisberta! ſprach der ſtattliche Mann, der im beſten Lebensalter war, zu ſeiner Hausfrau, die an ſeine Schulter gelehnt ſchon lange neben ihm, wie in ihre Morgenandacht verſunken, geſtanden hatte. Schau' hinaus und rundum, und erquicke Deine Seele und freue Dich laut mit mir, daß der gütige Herr der Heerſchaaren unſer Leben ſo wunderbar umgeſtaltet hat, und uns mit allem dem überſchüttet, wovon das Einzelne, ja das Kleinſte uns eine Weihnachtsgabe geweſen. Sieh' hinab in die ungeheure Burg, die wie ein Städtchen auf dem Tafelberge ſich ausdehnt, ein kleines Heer könnte darin Wohnung haben, das größte Heer muß ſie unüberwind⸗

lich finden, und wir ſind Herr darin, und ſie iſt uns

Schutz gegen jede irdiſche Befehdung. Schau' weiter hinaus auf die grünen Höhen, die reichen Felder; ſie ſind von heute an unſere unerſchöpfliche Schatzkammer, und wie der Edelhirſch dort am Unterbuſch hintrabt,