Teil eines Werkes 
3. Bd. (1854)
Entstehung
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Menſch auf dieſem Standpunkt ausgeſetzt iſt. Aber jeder Standpunkt hat ſeine Gefahren, wenn das Zeit⸗ alter finſter und der Menſch ſchwach oder eingebildet iſt. Einen höheren und innigeren Standpunct gibt es jedoch nicht als dieſen: der Menſch allein mit Gott. Gott ſprach in früheren Tagen mit den großen Geſetz⸗ ebern, mit Moſes und den Propheten. Das iſt un⸗ . chriſtlicher, unſer beſeligender Glaube, daß Gott noch heute zu jedem einzelnen ſeiner Kinder ſpreche, wie er in Chriſto zu Johannes und zu Maria ſprach; daß Jeder von uns in unſern heiligſten Augenblicken ſeine Stimme vernehmen und Ohr und Zunge für ſeine Wahrheit werden könne. Alles hängt dabei von der Reinheit und Folgſamkeit des einzelnen Menſchen ab. Es kann unverzeihliche Dummdreiſtigkeit ſein mit An⸗ ſprüchen auf ein höheres Wiſſen hervorzutreten. Es kann verbrecheriſche Feigheit ſein ſtille zu ſchweigen. Gott allein kann darüber urtheilen. Der Menſch ſteht zuletzt allein mit Gott und Niemand iſt da zwiſchen ihm und Gott. Viel kann die Kirche lehren, viel kann ſich der Staat bilden; zuletzt genügen ſie dennoch nicht. Der Menſch muß mit Gott allein ſprechen. Darin liegt eine große Gefahr, aber auch eine große Stärke und ein großer Troſt. Die Sectenſtifter Ame⸗ ricas haben beide Theile gekannt.

Und wenn ſie nicht vollkommen der erſteren ent⸗ ingen, wenn ſie zum Theil geblendet wurden von dem icht, zu deſſen Verkündigung ſie ſich berufen fühlten,

ſo haben ſie dennoch jeder für ſeinen Theil die Arbeit ausgeführt, wozu ſich die neue Welt in der Weltge⸗ geſchichte berufen fühlt, nemlich die Freiheit in den in⸗ nerſten Grund des Gewiſſens zu ſetzen und das Gewiſ⸗ ſen frei in Gott zu machen, jeden Menſchen frei in ein directes Verhältniß zu Gottes Stimme in ſeinem In⸗ nern zu bringen und folglich ſeine höchſte perſönliche Entwicklung vorzubereiten. Die Lehre von der Höhe