Teil eines Werkes 
3. Bd. (1854)
Entstehung
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lichen Freund, dem Doktor, aus, um einer Sklaven⸗ auction anzuwohnen, die nicht weit von meiner Woh⸗ nung vor ſich ging. Sie wurde an einem der kleineren Auctionsplätze vorgenommen, die ſich in verſchiedenen Theilen von New⸗Orleans vorfinden. Der Hauptplatz für die Sklavenauction iſt eine herrliche Rotunde, deren prächtiges Gewölbe würdig wäre, von Freiheits⸗ geſängen wiederzuhallen. Ich war da einmal mit Mr. Harriſon, um einer größeren Sklavenauction anzu⸗ wohnen, aber wir kamen zu ſpät.

Doktor D. und ich gingen in einen großen, ziem⸗ lich unfreundlichen und ſchmutzigen Saal zu ebener Erde in einem Haus, wo eine Menge Volks verſammelt war. Etliche und zwanzig herrenartige Männer ſtanden in einem Halbkreis um einen hohen Schemel von ſchmutzigem Holz, der für den Augenblick leer war. Auf der Seite der Mauer entlang ſtanden einige ſchwarze Männer ſtill und ernſt. Die ganze Verſamm⸗ lung war ſchweigſam, und es ſchien mir, als ob eine ſchwere graue Wolke über ihr ruhte. Durch die nach der Straße zu geöffnete Thüre hörte man den fallenden Regen. Die Herren warfen mir ſchiefe, finſtere Blicke zu und hätten mich wahrſcheinlich gerne an den Nord⸗ pol geſchickt.

Ein paar Herren kamen haſtig herein. Der eine von ihnen, ein großer, feiſter Mann von heiterem und gutmüthigem Ausſehen, offenbar ein Bonvivant, be⸗ ſtieg den Auctionsſchemel. Er war, ſagte man mir, ein Engländer, und dieß hätte ich von ſelbſt aus ſeiner blühenden, nicht amerikaniſchen Geſichtsfarbe geſchloſſen. Er kam offenbar von einem guten Frühſtück und ſchien noch munter daran zu arbeiten, den letzten Biſſen hinabzuſchlucken. Er nahm den Auctionsſtab in⸗ſeine Hand und redete die Verſammlung ungefähr folgender⸗ maßen an:

„Die Sklaven, die jetzt um jeden Preis verkauft