Teil eines Werkes 
3. Bd. (1854)
Entstehung
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Zweiunddreißigſter Brief.

New⸗Orleans(Loniſiana), den 1. Jan. 1851.

Guten Morgen! Glückſeliges neues Jahr, meine liebe Schweſter, meine theure Freundin! Möge der Morgen dieſes neuen Jahres fröhlicher zu Dir herein⸗ hohe blicken, als er es bei mir thut, und möge der Norden Dir eine klare Sonne über der ſchneeweißen Erde geben! Ach! ein ſtiller, ſonnenheller Winter⸗ tag bei uns, wenn alle Bäume weißgepudert da⸗ ſtehen und Alles freundlich und freudig leuchtet und glänzt in der reinen Luftz wie leicht und belebend iſt es da zu athmen und dann, wie ich ſo manchmal um dieſe Jahrszeit that, auf den Waſſern und Feldern des Thiergartens herumwandeln zu können das iſt herrlich! Aber hier in dem herrlichen Süden regnet und platſcht es unaufhörlich. Der ſchöne Tag, wo ich zum letzten Male ſchrieb, hatte keinen Nachfolger. Heute ſchneit es auch noch zu dem Regen und das Wetter iſt im höchſten Grade unangenehm. Die jungen Bäume auf dem Lafayette⸗Markt ſehen ganz betrübt aus. Das Laub hängt herab wie Lumpen. Aber ich habe es gut in meinem warmen, hellen, gemüthlichen Stübchen, und über meinem Kamin prangt ein großer Zweig, voll der allerſüßeſten durch und durch ſüßen kleinen Orangen, und daneben ſtehen zwei große Flaſchen von ächtem Louiſianer⸗Traubenſaft, Neu⸗

Bremer, die Heimath in der neuen Welt. MI. 1