Teil eines Werkes 
2. Bd. (1854)
Entstehung
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umkosten. Ich ſah einen alten Sklaven zu Tode ge⸗ hetzt, weil er ſich unterſtanden hatte, ſeine Frau zu be⸗ ſuchen. Ich ſah ihn zerfleiſcht, geſchlagen, gefeſſelt ſich in die Waſſer des ſchwarzen Fluſſes ſtürzen, über wel⸗ chen man ihn in die Gewalt ſeines unbarmherzigen Herrn zurückbringen wollte. Und das Geſetz ſchwieg. Ich ſah ein junges Weib wegen eines unbedachten Wortes über den Scheitel geſchlagen, ſo daß es todt niederſtürzte. Und das Geſetz ſchwieg.

Ich hörte das Geſetz durch den Mund von Ge⸗ ſchworenen richten zwiſchen einem weißen und einem ſchwarzen Manne und den letzteren zu Ruthenhieben verurtheilen, welche der erſtere verdient hätte. Und die Redlicheren unter den Geſchworenen widerſetzten ſich vergebens!...

Ich ſah hier am Ufer des Miſiiſippi erſt vor wenigen Monaten ein junges Mädchen ſich von den Mißhandlungen ihres Herrn und er war ein geiſtlicher Herr losreißen und ſich in den Fluß ſtürzen. 4 Ich ſah Schaaren gefangener Männer und Wei⸗ ber verurtheilt, früh und ſpät zu arbeiten, jeden Strah⸗ les von dem Lichte, das der Gefangenſchaft einige Hoffnung geben könnte, beraubt, verhindert die Stimme deſſen zu hören, der da ruft:Kommet her zu mir alle, die ihr mühſelig und beladen ſeid! Davon aus⸗ geſchloſſen von Menſchen, die ſich Chriſten nennen! Aber verzeih, meine Agatha, warum ſollen Deine Au⸗ gen durch ſolche düſtere Gemälde gequält werden? Wie froh wäre ich ſelbſt, wenn ich ſie nicht ſehen müßte? Aber ihr Eindruck wird mich nie verlaſſen. Vorüber war für mich aller Genuß, welchen die Luft und Schönheit des Südens mir gewährt hatte. Ich empfand Haß gegen das Geſchlecht, das ſolches Unrecht und folche Grauſamkeiten ausüben konnte. Ich haßte diejenigen, welche ſolche Unthaten mit den Intereſſen