Teil eines Werkes 
2. Bd. (1854)
Entstehung
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Den 22. Dezember.

Jetzt ſind wir darin! jetzt ſind wir darin! Und des Sommers Winde und Sonnenſchein umgeben uns! Aber ich muß Dir in Ordnung erzählen, was hier einen Wendepunkt in meinem innern Leben hervorge⸗ rufen hat.

Es iſt der ſiebente Tag unſerer Reiſe auf dem Miſſiſippi hinab. Als ich heute früh auf die Piazza hinauskam, glaubte ich mich in eine verzauberte Welt verſetzt. Die lieblichſte Sommerluft umkoste mich; der mildeſte blaue Himmel lachte über dem Miſſiſippi und über den offenen angebauten Feldern auf ſeinen Ufern; weiße, ſommerleichte Wolken wurden von dem lauen Winde gejagt, und auf den grünenden Gefilden glänzten zierliche Häuſer in Hainen von Orangenbäu⸗ men, Roſenhecken, Cypreſſen und Cedern. Ein un⸗ beſchreiblich mildes und liebliches Schönheitsleben athmete in Allem und über Alles. Alles war ver⸗ wandelt. Wir waren unter Memphis in die Zucker⸗ region gekommen oder in die Gegend, wo das Zucker⸗ rohr angebaut wird, zugleich mit der Baumwolle und dem Mais. Wir waren an Natchez vorbeigefahren, wo ein mächtiger Indianerſtamm vor Zeiten die Sonne anbetete und ein ewiges Feuer unterhielt; es war ein Ort voll blutiger Erinnerungen. Wir hatten die Stadt mit den blutigen Erinnerungen hinter uns gelaſſen. Wir hatten den Miſſiſippi und die Staaten von Arkanſas hinter uns gelaſſen. Wir waren jetzt in Louiſiana, deſſen Ufer den Fluß aufbeiden Seiten umſchloſ⸗ ſen. Wir flogen mitten in den Schooß des Südens hinein. Und er empfing uns mit warmem Herzen. So empfand ich es und mein eigenes Herz öffnete ſich für allemilden Mächte des Lebens und der Natur. Schweigend ſaß ich den ganzen Vormittag in einer Art von ſtillem Vergnügens⸗