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eine Nachbildung des griechiſchen Minervatempels, hat ungeheure Summen gekoſtet, und Mancher mißbilligt die Verſchwendung derſelben an das äußere Prachtwert, wodurch das weſentliche gute Werk in den Hintergrund gedrängt wird. Nur ungefähr hundert Knaben befan⸗ den ſich noch in der Anſtalt. Die Vorliebe der Ameri⸗ kaner für die Tempelgeſtalt in ihren Bauten iſt auffal⸗ lend. Ich für meinen Theil habe nichts dagegen, wenn auch die Anwendung von Kolonnaden und andern Zier⸗ rathen hier zuweilen im Verhältniß zur Idee des Ge⸗ bäudes, beſonders bei einzelnen Häuſern, übertrieben wird; denn das beweist doch, daß das Volksbewußtſein weit über dem Stadium ſteht, wo die Wohnung blos eine Unterkunft für den Körper ohne weiteren Sinn iſt. Es will, daß die Wohnung des Menſchen auch ſymboliſch von ſeiner Seele und ſeinem Emporſtreben zeugen ſoll. Und ſieht man ein recht großes und präch⸗ tiges Gebäude, gleich einem griechiſchen Tempel oder einem Pantheon, oder einem gothiſchen Schloß, ſo kann man gewiß ſein, daß das keine Privatwohnung, ſon⸗ dern ein öffentliches Inſtitut iſt, entweder eine Akade⸗ mie, oder eine Schule, oder ein Kapitol, oder— ein Hotel.
Herr Girard hat in ſeinem Teſtament ausdrücklich verordnet, daß in ſeinem Inſtitut der Jugend kein Religionsunterricht ertheilt werden dürfe, und unter den Lehrern oder Direktoren der Anſtalt befindet ſich kein Religionslehrer. Aber ſo klar iſt dieſes Volkes Blick über das Verhältniß der Religionstehre zum Menſchen und zur Geſellſchaft, und ſo ſtark ſeine An⸗ hänglichkeit daran, daß es immer einen Ausweg findet, um dergleichen Verbote zu umgehen. Und, obſchon man hier die Anordnung des Erblaſſers in Betreff der Aus⸗ ſchließung des Religionslehrers und des Religions⸗ unterrichts befolgt, ſo wird doch jeden Morgen im Girard College, wie in andern amerikaniſchen Schulen
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