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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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ſtützen und vertheidigen. Sie darf nicht länger in verzagender Schwachheit die Schranke ſein, welche den Mann von dem höheren, ſelbſtvergeſſenen Wirken für das Vaterland und die Intereſſen der Menſchheit abhält!

Was das weibliche Herz in dieſer Richtung vermag, das hat die jüngſte Zeit uns gelehrt, als die Feder einer Frau die ganze gebildete Welt in Bewegung ſetzte und jahrhundertelangem Mißbrauch einen ſchweren Stoß gab.

Nicht jeder Frau iſt es verliehen, gegen den Mißbrauch im Großen zu Felde zu ziehen, aber der Mißbrauch und die Un⸗ gerechtigkeit finden ſich überall, überall fehlt es an dem großen und warmen Herzen, welches allein die Welt zu überwinden ver⸗ mag. In eurer reinen und ſtolzen Bruſt, ihr Frauen, da muß es ſchlagen und es werden Wunder durch daſſelbe geſchehen!

Feder und Wort ſind euch gegeben ſo gut wie dem Manne! Schreibet, redet, erziehet im Dienſte der Menſchheit! Vergeßt es nicht, daß ſelbſt euer kleinſtes und beſcheidenſtes Wirken ein der Menſchheit geleiſteter Tribut iſt! Vor dem Auge, das in's Verborgene ſieht, iſt die größte und die kleinſte Arbeit ſich gleich. Die Geſinnung, die Pflichttreue, mit der ſie ausgeführt wird, geben ihr allein den Werth!

Die Stunde iſt da und der Weg geöffnet, der die Frau zu ihrer höchſten Entwickelung führen ſoll! Hinan, hinan die glänzende Höhe, daß unſeres Göthe's Wort ſich erfülle:

Das ewig Weibliche zieht uns hinan!