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Blüthen eines gebildeten Geiſtes und eines reichen Gemüthes ſind. Dieſe goldne Zeit, von der die Dichter ſingen, muß zuerſt ſich dem Weibe erſchließen, an ſeiner Hand geleitet es die Menſchheit in neue, verklärte Räume.
Was iſt der Mann unſerer Tage? Richter, Advokat, Ge⸗ lehrter, Arzt u. ſ. w., mit einem Wort, ein Fachmenſch und ſelten etwas darüber hinaus. Die Frauen dagegen ſind die wahren Poeten, die reinen Menſchen, welche die goldnen Früchte der Arbeit und des geiſtigen Genuſſes in harmoniſchem Vereine pflüͤcken. Eben weil die Welt es fühlt, daß ſie durch das Weib zu neuer Jugend und Schönheit ſoll geboren werden, darum richten ſich heute die Blicke Aller auf ſie. Darum ſoll aber auch Niemand der Frau die Berechtigung beſtreiten, an der Bewegung des öffentlichen Lebens in ihrem Sinne Theil zu nehmen; ſie ſoll nicht perſönlich eingreifen, nicht ſelbſt die Rednerbühne beſteigen, wohl aber ihr unbefangenes Wort mit⸗ reden, wie die Wahrheit und die Gerechtigkeit es ihr eingeben. Die Kritik der Thatſachen und deren ſittliche Erwägung muß der Frau als ihr höchſtes Vorrecht eingeräumt werden. Ueber dem Getriebe der Parteien ſtehend, iſt ſie die Himmliſche, die Gerechte, die wahre Hüterin der Freiheit und des Menſchen⸗ rechts. Denn die Frau iſt das Herz der Welt, und dieſes Herz iſt dazu berufen, ſich gegen alles Ungerechte und Gemeine aufzulehnen.
Wo der Mann feige verſtummt, da öffne euch die Ent⸗
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rüſtung den Mund, wo er furchtſam die Blicke niederſchlägt,
da ſchleudert ihr die Blitze des ſittlichen Zorns! Als die Prieſterin des Ideals, muß die Frau daſſelbe mit allen Kräften
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