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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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wenig zwingt euch das bittere Loos der Armuth, den geiſtigen Gütern zu entſagen. So bleibt es euch vorbehalten, das wahre Menſchthum in euch zu entwickeln und zu verkörpern; denn nur aus dem Verein praktiſcher und geiſtiger Thätigkeit erwächſt der ächte, harmoniſche Menſch. Stellt euch auf dieſe Stufe, und dann iſt die Frau in Wahrheit ein höheres Weſen, nicht mit Unrecht eine Krone der Schöpfung genannt. Mißmuth, Verſtimmung, eingebildete Krankheit, Leichtſinn, Vernachläſſi⸗ gung der heiligſten Pflichten, alle dieſe Uebel eriſtiren nicht mehr den weiblichen Weſen gegenüber, welchen Arbeit das heiligſte Opfer ihrer Gottesverehrung geworden, und die freund⸗ lichen Genien, die ſie begleiten: Wohlwollen, Nächſtenliebe, Freundlichkeit und Heiterkeit, ſie geben Schönheit, Reiz und Anmuth bis in's höchſte Alter, der verheiratheten Frau und dem eheloſen Mädchen in gleichem Maße.

Welch ein trauriges Bild bietet ſich uns dar, wenn wir einen Blick in jene Familie werfen, wo die Frau ihre Pflicht nicht kennt, und wo Vergnügungsſucht und Geiſtesarmuth das Scepter führen, oder einen Blick auf das alternde Mädchen, die am Ausgang der Jugendjahre ſteht, und die nichts zu be⸗ ginnen weiß, keine Anhaltspunkte kennt, außer in jener äußer⸗ lichen Geſellſchaftswelt, die ihrer nicht mehr bedarf, ihr weder Schmeicheleien noch Huldigungen mehr ſpendet! Die eine begeht die gröbſte Verſündigung gegen die ihr anvertraute Familie, die Andere gegen die menſchliche Genoſſenſchaft, außer der noch Größeren gegen ſich ſelbſt. Wenn aber ein thätiges Leben die höchſte Pflicht einer verheiratheten Frau iſt, ſo iſt ein ſolches in noch höherem Grade Pflicht für das eheloſe